Posts mit dem Label Familienroman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Familienroman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 25. Mai 2014

Rezension...Weil wir glücklich waren von Laura Moriarty

Die Autorin:
Laura Moriarty hat Sozialarbeit und kreatives Schreiben an der University of Kansas studiert. Für ihre schriftstellerische Arbeit erhielt sie den George-Bennett-Preis der Universität New Hampshire. Ihr Debütroman "Das Versprechen meiner Mutter" ist von Kritikern und Lesern gleichermaßen begeistert aufgenommen worden. Laura Moriarty lebt gemeinsam mit ihrer Tochter in Lawrence, Kansas.
 
Inhalt:
 
Veronica hat gerade erst angefangen, ihr eigenes Leben zu leben, da erfährt sie: Ihre Eltern haben sich getrennt. Plötzlich steht sie vor den Trümmern ihrer einst so glücklichen Familie. Dabei braucht sie ihre Eltern gerade jetzt. An der Uni läuft es nicht so gut, und dann ist Veronica auch noch verliebt - zum ersten Mal so richtig. Doch auch mit der Liebe ist es alles andere als einfach. Veronica nimmt es ihren Eltern übel, dass diese sie mit ihren Problemen nun ganz allein lassen. Und dann passiert etwas, womit sie niemals gerechnet hätte: Ihre Mutter steht mit gepackten Koffern vor der Tür und bittet Veronica, eine Weile bei ihr wohnen zu dürfen. Ein Belastungstest, aber auch eine Chance für Mutter und Tochter, sich noch einmal ganz neu kennenzulernen ...
 
Daten im Überblick:
 
Autor: Laura Moriarty
Originaltitel: While I´m Falling
Erschienen: 2011
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 400
Preis: 8,99€ (nur noch gebraucht erhältlich, Ebook für 4,99€)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eigene Meinung:
 
Durch dieses Buch habe ich eine Autorin entdeckt von der ich in Zukunft alles bisher Erschienene lesen möchte! Ihr Schreibstil hat mich komplett begeistert und sofort in die Geschichte gezogen. Ab der ersten Seite habe ich mich in der Geschichte wohlgefühlt und das, obwohl der Inhalt eher ernst und bedrückend ist.
 
Die Autorin beginnt mit dem Moment als Veronicas Vater von einer Dienstreise nach Hause kommt und einen Fremden in seinem Ehebett vorfindet. – Die Beziehung der Eltern zerbricht.
Diese Situation klingt an sich nicht außergewöhnlich, Laura Moriarty macht daraus aber einen nachdenklichen Familienroman. Dabei konzentriert sie sich auf die Beziehung von Veronica, einer Studentin, und ihrer Mutter. Diese hat sich nach ihrem Studium und wenigen Arbeitsjahren als Lehrerin um Veronica und ihre ältere Schwester, die jetzt Anwältin ist, gekümmert. Dadurch steht sie nach der Scheidung fast mittellos da.
 
Veronica als Protagonistin hat auch eigene Probleme mit ihrem Studium, für das sie ununterbrochen lernen muss, Geldsorgen und durch eine ausufernde Party auch noch Probleme mit ihrem Freund und einem Bekannten. Sie gibt ihrer Mutter die Schuld an der Scheidung und dem Auseinanderbrechen der Familie, sodass die Beziehung zwischen den beiden sehr abkühlt.
 
Ich konnte ihre Ängste absolut nachfühlen und mich allgemein sehr gut in ihre Situation versetzen, obwohl ich in meinem näheren Umfeld bisher nur wenig mit dem Thema konfrontiert wurde. Besonders toll empfand ich daher auch, dass Laura Moriarty die Geschichte vereinzelt aus der Sicht von Veronicas Mutter erzählt. Auch die in anderen Büchern oft vernachlässigten Nebencharaktere haben eine eigene Geschichte bekommen, Krisen die sie herumtreiben. Dadurch wird auch Spannung erzeugt: Die Probleme, gerade von Veronica, sind vielfältig und Probleme, die so jedem von uns passieren können.
 
Diese Alltäglichkeit macht das Buch aus: Zu erleben wie die Familie versucht wieder zu sich zu finden. Es ist hässlich, weil es nie mehr so sein wird wie vor der Scheidung, aber gleichzeitig wichtig, da sich Mutter und Tochter nur so wiederfinden können.
 
FAZIT
 
Ein gefühltes 4 Punkte Buch, dass ich aufgrund der lebensnahen Charaktere und der tollen Atmosphäre sehr genossen habe. Die Mutter-Tochter-Beziehung die durch die Scheidung der Eltern schwer erschüttert wird, wird glaubwürdig und spannend erzählt und hat mir trotz des ernsten Themas viel Freude gemacht, da der Schreibstil locker und mitreißend ist!
 
4/5 Punkten

Samstag, 30. November 2013

Rezension...Der Duft des Regens von Frances Greenslade

Die Autorin:

Frances Greenslade, geboren 1961 in Ontario, Kanada, wuchs mit fünf Geschwistern auf der Niagara-Halbinsel auf. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Penticton, British Columbia, wo sie am Okanagan College Englisch lehrt. Der Duft des Regens ist ihr erster Roman.
(Quelle: Suhrkamp.de)

Inhalt:

In den weiten Wäldern Kanadas wachsen die Schwestern Maggie und Jenny glücklich und behütet auf. Sie lieben die Ausflüge zu den Seen, sammeln Pilze und Beeren, abends spielen sie mit den Eltern Karten. Doch die Welt der beiden Mädchen gerät vollkommen aus den Fugen, als der Vater bei einem Unfall ums Leben kommt. Und wenig später gibt die Mutter die Schwestern auch noch bei einer fremden Familie in der Stadt in Obhut – vorübergehend, sagt sie. Tage werden zu Wochen, Wochen zu Monaten, Monate zu Jahren. Die Mutter kehrt nicht zurück.
Auf sich gestellt, lernen Maggie und Jenny schnell, dass sie sich gegenseitig halten müssen, um den Boden nicht unter den Füßen zu verlieren. Sie entwickeln einen ungeahnten Überlebenswillen – stets begleitet von der Sehnsucht nach ihrer Mutter. Einige Jahre später macht sich Maggie schließlich auf, sie zu suchen. Sie kehrt zurück in die mächtigen Wälder, an die Orte ihrer Kindheit …

(Quelle: Suhrkamp.de)

(lovelybooks.de)
Daten im Überblick:

Taschenbuch:
Autor: Frances Greenslade
Originaltitel: Shelter
Erschienen: 2013
Verlag: Insel Verlag
Seiten: 366
Preis: 9,99€











Eigene Meinung:


Es ist 1969, die kleine Maggie und ihre Schwester Jenny verleben eine glückliche Kindheit in Duchess Creek. Wanderungen in der Natur mit ihrem Vater, das Tuscheln ihrer Mutter über vom Unglück Verfolgte. In dem einfachen Haus ohne Elektrizität, das vom Zauber der früher dort so zahlreichen Indianer umgeben ist, scheint nichts der Familie etwas anhaben zu können. Als ihr Vater stirbt zieht es Irene und ihre Töchter erst in die Natur und dann zu Fremden. Das nächste Unglück ist unabwendbar…

Schon auf den ersten Seiten merkt man, mit was für einer Sprachgewalt Fances Greenslade die Geschichte dieser zwei kleinen Mädchen erzählt, die schon bald zu selbständigen Frauen heranwachsen. Während die Unbeschwertheit von Maggie zuerst noch aus jeder Silbe zu spüren ist, wird das Buch immer düsterer und verstrickter und Maggie älter und ernster. Die Entwicklungen in diesen Jahren verändern das Leben der Familie grundlegend. Die Natur bildet den Ruhepol für Maggie und obwohl ich noch nie in Kanada gewesen bin, konnte ich mir die Umgebung genau vorstellen.
 
Das Wissen um die Entwicklung der Geschichte liegt von Anfang an offen, trotzdem bleibt die Spannung bestehen. Sie liegt zum einen in den Gefühlen die man mit den Charakteren teilt und zum anderen in bangem Erwarten. Ich hatte das Gefühl, dass mir die Ironie des Schicksals auf diesen Seiten gnadenlos serviert wird: Bemitleidete Irene zu Anfang noch andere Familien die schwere Schicksalsschläge hinnehmen mussten, so unterscheidet ihr Leben sich bald nicht mehr von diesen. So kommt es auch, dass trotz dieses leichten und bildhaften Schreibstils Angst vor dem Weiterlesen entsteht. Kaum geht es bergauf, stürzt Maggie bereits in die nächste, noch schlimmere Katastrophe. Und die ganze Zeit lauert das so gefürchtete zweite und dritte Unglück auf sie.

Die Familie, und damit meine ich nicht Maggie, Jenny, Irene und Patrick, sondern wirklich ganz allgemein „die Familie“, steht im Mittelpunkt dieses Romans. Genauer: die Mutter-Tochter-Beziehung. Ich habe lange darüber gerätselt inwiefern das Buch, an dem die Autorin seit 1992 gewerkelt hat, eine solche Wirkung beabsichtigt hat. Alle Mutter-Tochter-Beziehungen sind schwach ausgebildet: Sie überlassen ihre Töchter, wobei dies auch für Söhne gilt, früher als üblich dem selbständigen Leben und ziehen sich zurück. Sie sind verunsichert, haben Geheimnisse und können so nicht nach der Definition der Gesellschaft Mütter sein. Sie sind deswegen keine schlechten Mütter, sie lieben ihre Kinder, doch der Egoismus hat sie oft an „Ausweichpositionen“ gedrängt.

FAZIT

Bei Maggie vergisst man oft das sie noch ein Kind ist: Sie hat es gelernt sich gemeinsam mit ihrer Schwester durchzuschlagen und den kommenden Unglücken zu trotzen. Das bedeutet aber nicht, dass ihr all die furchtbaren Geschehnisse nichts anhaben. Im Gegenteil war ich emotional sehr beteiligt, auch wenn das Buch teilweise zu konzipiert erscheint.
Ein Roman in den man sehr viel mehr interpretieren kann, als ich es hier versucht habe zu tun, da die Geschichte komplex ist, aber doch jedem Menschen in irgendeiner Art und Weise geläufig ist.

4/5 Punkten    

Donnerstag, 26. September 2013

Rezension...Im Land des Feuervogels von Susanna Kearsley

Die Autorin:

Susanna Kearsley, geboren 1966, lebt in Ontario. Sie hat Politik und Internationale Entwicklungen studiert und als Museumskuratorin gearbeitet. Gleich ihr erster Roman »Mariana« war ein großer Erfolg. Danach veröffentlichte sie die Bestseller »Glanz und Schatten«, »Die Geister von Rosehill«, »Haus der Stürme«, »Der Ruf der Nacht«, »Damals in Lissabon«, »Das schottische Vermächtnis«, »Licht über den Klippen« und zuletzt »Im Land des Feuervogels« .

Inhalt:

Galeristin Nicola Marter besitzt eine besondere Gabe: Sobald sie einen Gegenstand berührt, sieht sie dessen früheren Besitzer. Als eine Unbekannte ihr eine Holzskulptur anvertraut, erkennt sie, dass es sich um einen Feuervogel aus der Welt der russischen Märchen handelt, und einst Zarin Katharina gehörte. Ihre Nachforschungen fördern eine lang vergessene Geschichte zutage, von verzweifelter Liebe, von Mut und von bitterer Rache ....




Daten im Überblick:

Taschenbuch:

Autor: Susanna Kearsley
Originaltitel: The Firebird
Erschienen: 2013
Verlag: Piper
Seiten: 544
Preis: 10,99€






Eigene Meinung:

Nicola Marter ist Galeristin und besitzt eine Gabe die sie bisher nur wenigen Menschen offenbart hat. Sobald sie Gegenstände berührt sieht sie Personen und Geschichten die diesen Gegenstand begleitet haben. Als sie mit dem Feuervogel, einer Holzskulptur in Berührung kommt, sieht sie Zarin Katharina und ein unbekanntes junges Mädchen. Auf einer Reise durch Schottland und St. Petersburg versucht sie diese junge Frau ausfindig zu machen und ihr außergewöhnliches Leben wieder auferstehen zu lassen.

Obwohl ich auf den ersten Kapiteln noch nicht vollständig von dem Buch überzeugt war, hat es mich im Gesamtergebnis berührt und mich für Russland weiter begeistern können.

Ihre Gabe ermöglicht es Nicola in die Vergangenheit abzutauchen sobald sie einen alten Gegenstand berührt. Susanna Kearsley macht neben der Schönheit dieser Gabe aber auch deutlich, dass sich Nick mit dieser Fähigkeit nicht wohlfühlt und Angst hat als Freak abgestempelt zu werden. Sie unterdrückt diese Begabung und entschließt sich nur sie einzusetzen um einer Frau zu helfen, die durch den Feuervogel die Chance auf einen großen Traum hat.

Die Dialoge mit dem Exfreund von Nick, der dieselbe Begabung hat, empfand ich stets a ls spritzig und charmant. Dass sich eine kleine Liebesgeschichte anbahnt, ist also nicht zu viel verraten. Obwohl der Anteil der historischen Handlung überwiegt fieberte ich auch bei Nicolas Geschichte mit.

Nach wenigen Kapiteln steigt man als Leser in die Vergangenheit ein, begleitet Anna, das junge Mädchen, in ihren ersten Lebensjahren und auf der Reise von Schottland nach St. Petersburg. In den wenigen Jahren die man Gelegenheit hat sie kennenzulernen führt sie ein sehr bewegtes Leben, in dem politische Wirren und Missverständnisse zu Rastlosigkeit geführt haben. Gerade, weil auf die Hintergründe für ein unstetes, aber nicht unglückliches Leben eingegangen wurde hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die Kapitel aus dem 18. Jahrhundert wechseln sich mit denen von Nicola Marter ab und sorgen für einen Lesefluss der nur kurzzeitig ins Stocken gerät.

Die Passagen in St. Petersburg haben mir besonders gut gefallen und mich in das 18. Jahrhundert mit seinen Bauwerken und Persönlichkeiten versetzt. Dieses Buch hat mein Interesse für Zarin Katharina und allgemein Literatur die in Russland spielt weiter geweckt und ist daher auch eines meiner Highlights 2013 (auch ohne 5 Punkte)!

FAZIT

Ein bewegender Roman, der abwechseln in der Gegenwart und in der Vergangenheit spielt und an traumhafte Orte in Schottland und Russland führt. Eine lebendige Geschichte die zudem noch beeindruckende Charaktere und einige Informationen zu den historischen Hintergründen bereit hält, runden das Buch für mich ab. Bis auf wenige langsame Stellen hätte ich das Buch gerne in einem Rutsch durchgelesen.
 
4/5 Punkten

Montag, 28. Januar 2013

Rezension...Das Haus der vergessenen Träume von Katherine Webb

Die Autorin:

Katherine Webb wird im Jahr 1977 geboren. Aufgewachsen im ländlichen Hampshire, belegte sie an der Durham University Kurse in Geschichte.
Heute lebt die Autorin in Newbury, Berkshire, zuvor hielt sie sich längere Zeit in London und Venedig auf.
Nach ihrem international erfolgreichen Debüt "Das geheime Vermächtnis" folgt nun ihr zweiter Roman "Das Haus der vergessenen Träume".

Inhalt:

Erst schlägt es höher, dann steht es still
Als die Journalistin Leah Hickson auf zwei geheimnisvolle Briefe stößt, gerät sie bald in den Sog einer Spurensuche, die sie in das England des frühen 20. Jahrhunderts zurückführt. Es ist die Geschichte einer starken jungen Frau, eine Geschichte von Liebe und tödlichem Verrat. Und schon bald erkennt Leah, dass die Vergangenheit ihr eigenes Leben nicht unberührt lässt. Denn ihre Nachforschungen führen sie zu einem alten Haus und einem lange vergessenen Familiengeheimnis, das stärker mit ihrem Schicksal verwoben ist, als sie zunächst ahnt …

Daten im Überblick:

Taschenbuch:
Autor: Katherine Webb
Originaltitel: The Unseen
Erschienen: 2012
ISBN: 9783453357150
Verlag: Diana
Seiten: 544
Preis: 9,99€









Eigene Meinung:

Cold Ash Holt, 1911: Trotz ihrer Vergangenheit, bekommt Cat Morley eine Anstellung als Dienstmädchen bei dem Pfarrerehepaar Canning. Obwohl die Umgebung eine andere ist, lassen sie die Nächte von Gefangenschaft und Misshandlung nicht los. Ihre Situation scheint ausweglos, von Geburt an durch Geschlecht, Bildung und Beruf minderwertig, scheint ihr Leben vorherbestimmt. Wie soll sie jemals, ohne Geld und Beistand, Freiheit erlangen?

London, 2011: Die Journalistin Leah beginnt nach einer schaffensfreien Phase, dem Rätsel eines seit 100 Jahren toten Soldaten auf den Grund zu gehen. Ihre Suche führt sie auch nach Cold Ash Holt. Dort taucht sie immer tiefer in gegenwärtige und längst vergangene Zeiten ein.

Der Roman spielt 1911 und 2011, wobei die Autorin kapitelweise die Zeiten wechselt. Allerdings war das für mich überhaupt nicht verwirrend, da die Kapitel relativ lang sind und man genug Zeit hat sich an die jeweilige Umgebung zu gewöhnen.
könnte spontan auch nicht sagen, welche Charaktere mir in welcher Zeit besser gefallen haben, da ich an beiden Geschichten gleichermaßen interessiert war.

Katherine Webb hat es geschafft, einen hervorragenden Spannungsbogen aufzubauen. Außerdem gibt es einige Themen, die in diesem Buch vereint werden. Da wäre natürlich die Spurensuche in der Gegenwart, die mir immer schon sehr gut gefallen hat. Ich mag es, mit den Protagonisten in vergangenen Zeiten zu schnüffeln. Vor allem wenn die Hauptcharaktere dabei so sympathisch sind wie Leah. Ihre Geschichte tritt aber hinter der vordergründigen Erzählung von 1911 zurück. So blieb sie teilweise etwas fremd, was die Entwicklung der Geschichte allerdings nicht behindert.

Weitere Aspekte werden durch Cat im Jahr 1911 aufgegriffen. Sie scheint ihrer Zeit voraus, ist Suffragette (Frauenrechtlerin) und verbannt Klassenunterschiede durch die Geburtsumstände in die Vergangenheit. Das schickt sich nicht für eine Frau – so versucht ihr das auch Hester Canning, die Pfarrersfrau, klar zu machen. Sie steht in starkem Kontrast zur rebellischen und waghalsigen Cat. Insofern spiegelt das Buch sehr schön die gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten dieser Zeit wieder.

Das Ende ließ mich mit ein paar Tränchen zurück: Ob vor Glück oder Traurigkeit erfahrt ihr hier nicht…

FAZIT

Wer sich noch nie an einen solchen Roman gewagt hat (z.B. aus Angst er sei zu kitschig), sollte sich dieses Buch vornehmen. Es überzeugt durch starke Hauptcharaktere, einer schlüssigen parallel erzählten Handlung und liefert indirekt Einblicke in die Zeit um 1911. Absolut unkitschig und wunderschön erzählt – an dieses Buch muss ich sicher noch oft zurück denken!

5/5 Punkte
 
 

Mittwoch, 18. Juli 2012

Rezension...Der Garten der Erinnerung von Rachel Hore

Die Autorin:

Rachel Hore, geboren in Epsom, Surrey, hat lange Zeit in der Londoner Verlagsbranche gearbeitet. Zuletzt war sie Lektorin bei Harper Collins Publishers. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Norwich. Sie arbeitet als freiberufliche Lektorin und schreibt Rezensionen für den renommierten Guardian. "Der Garten der Erinnerung" ist ihr zweiter Roman. Ihr Debütroman "Das Haus der Träume" wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Bisher sind zwei weitere Bücher erschienen.
(luebbe.de/Autoren)

Inhalt:

Mel hat genug von London, ihren Studenten und ihrem Exfreund. Die Lösung: eine Auszeit in Cornwall, in einem verwunschenen Cottage. Als sie dort ankommt, ist es kalt und dunkel, doch das Cottage macht einen zauberhaften Eindruck. Ebenso das wunderschöne Bild mit der unleserlichen Signatur, das Mel sofort gefangen nimmt. Wer es wohl einst gemalt hat? Und wer hat den inzwischen verwilderten Garten angelegt, der zum Cottage gehört? Mel und ihr Vermieter Patrick wollen ihn zu neuem Leben erwecken. Sie stoßen unter dem Dickicht auf Relikte aus längst vergangenen Zeiten, auf eine Geschichte von Liebe und Leid und verbotener Leidenschaft. Und kommen sich wie verzaubert langsam näher.


Daten im Überblick:

Taschenbuch:
Autor: Rachel Hore
Originaltitel: The Memory Garden
Erschienen: 2008 (D)
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 400
Preis: 7,99 €





Eigene Meinung:


Melanie hat ein anstrengendes Jahr hinter sich – den Tod ihrer Mutter im vergangenen Jahr noch nicht verarbeitet und die Trennung von Jake, eigentlich der Mann ihres Lebens, haben sie um ihre Kräfte gebracht. Da kommt das Angebot gerade recht sich eine Auszeit zu nehmen. Sie will ein Buch über die Künstler von Lamorna und Newlyn schreiben, die dort um 1900 gelebt und gewirkt haben. Das Cottage in dem sie lebt ist ziemlich heruntergekommen und der Hauseigentümer Patrick Winterton scheint verschlossen. Die Bilder die Mel in dem Cottage entdeckt fesseln sie ebenso wie der Garten und Patrick…

Am Anfang war das Buch eher schleppend, langatmige Ortsbeschreibungen reihten sich aneinander, so dass ich mir schließlich die Umgebung in Lamorna gar nicht richtig vorstellen konnte (leider verwirrt mich so etwas immer sehr). Dabei ist der Schauplatz wirklich wunderschön gewählt. Nicht nur die Natur in Lamorna, sondern vor allem Merryn Hall mit seinem verwilderten Garten. Die Atmosphäre hat etwas verwunschenes, auch, weil Merryn Hall eine lange Inhabergeschichte (seit 1819) und viele Relikte aus alten Zeiten beherbergt.
Über das Familiengeheimnis, das Patrick und Melanie beschäftigt, möchte ich gar nicht viel verraten. Man erfährt durch kurze oder auch mal lange Rückblicke (ein ganzes Kapitel) ab 1912 die Geschichte von P.T., dem geheimnisvollen Maler, dessen Bilder nun im Cottage hängen. Ich wäre von alleine nicht auf die Lebensgeschichte dieses Malers (oder ist es eine Frau?) gekommen, die voller Rückschläge und Hoffnung ist. Auch der Weg bis Mel selber genug recherchiert hat um die Puzzleteile zusammen zu setzen hat mir gut gefallen.
Ab und zu macht sich das Gefühl breit, auf der Stelle zu stehen. Denn man erfährt viel über Melanie, ihre Vergangenheit und zum Beispiel viel über den Garten von Merryn Hall. Wäre das Familiengeheimnis nicht, keine Ahnung ob ich weiter gelesen hätte.

Das Liebesleben von Mel hat mich zum Schluss doch noch packen können, auch wenn an dieser Stelle bestimmt etwas überzogen wurde. (SPOILER Ein Schwächeanfall, gerade als sie nach London zurück kehrt?) Das Ende ist schon sehr offen gestaltet, allerdings war das so gut gewählt – ein richtiges Happy End wäre dann doch zu viel.

FAZIT

Mel ist sicherlich eine ganz interessante Person, viel mehr hat mich aber das Familiengeheimnis interessiert. Dabei wurde ich auch nicht enttäuscht. Ich möchte trotzdem „nur“ 3,5 Punkte vergeben, weil es mich oft nicht so unterhalten konnte wie ich es mir gewünscht hätte.
3,5/5 Punkten

Sonntag, 18. März 2012

Rezension...Der Tag, an dem Marilyn starb von Donna Milner

Die Autorin

Donna Milner ist bekannt als kanadische Autorin. Ihr Debütroman »River« wurde ein internationaler Erfolg und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Mittlerweile hat sich Milner ausschließlich dem Schreiben verschrieben und bereits ihren weiten Roman »Der Tag, an dem Marilyn starb« veröffentlicht. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie im kanadischen Bundesstaat British Columbia.
(Quelle: lovelybooks.de)

Inhalt

Ist es Zufall, dass Lucy Coulter am selben Tag stirbt wie Marilyn Monroe? Der 5. August 1962 jedenfalls ist für ihre Familie ein tragischer Tag. Warum musste die junge Frau auf so mysteriöse Weise ums Leben kommen? Doch ihr Tod zwingt ihren Mann Howard auch, sich endlich der Antwort auf eine Frage zu stellen: Warum hat er ihr all die Jahre nie die Wahrheit über seine Vergangenheit gesagt?

Daten im Überblick:

Taschenbuch:
Autor: Donna Milner
Originaltitel: The Promise of Rain
ISBN: 3492272118
Seiten: 400
Verlag: Piper Taschenbuch
Auflage: Juni 2011
Preis: 9,95 €




Eigene Meinung:

„Der Tag, an dem Marilyn starb“ ist für mich ein Buch, dass sich um grob gesagt, drei Themen dreht. Zuerst geht es in dem Buch natürlich um den Tod von Lucy Coulter. Sie ist Mutter von drei Kindern, Frankie, Christopher und Ethie. Und da der Tod von ihr sehr überraschend kommt und auf eine für sie sehr ungewöhnliche Weise, ist dass erstmal unbegreiflich für die Familie. Es handelt sich bei dem Buch aber keineswegs um einen Krimi, da von vornherein feststeht, dass ihr Tod ein Unfall war. Es wird für die Familie aber noch schwerer, weil Vater Howard sich noch mehr zurück zieht, als er es zu Lucys Lebzeiten getan hat. Dies hängt mit seinem Geheimnis zusammen. Und in dem Geheimnis, dass sich um den 2. Weltkrieg dreht, liegt das zweite (für mich) große Thema dieses Familienromans.

Das dritte Thema ist eventuell ein Nebenthema, welches das Down-Syndrom behandelt. Denn Christopher bzw. Kipper hat diese Krankheit und muss immer wieder mit Vorurteilen kämpfen und sich seinen Platz in der Welt erst verdienen.  

Donna Milner hat sich in ihrem Roman keineswegs zu viel vorgenommen, sondern konnte die Probleme sehr authentisch vermitteln. Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich, sie leben wirklich, denn sie haben alle eine Vergangenheit die mehr oder weniger zur Sprache kommt und die auch relevant ist für die Handlung.

Der Roman wird aus der Sicht von Ethie, Lucys Tochter, geschildert. Sie ist beim Tod ihrer Mutter erst elf Jahre alt und kümmert sich immer um ihren älteren Bruder Kipper. Die Geschichte im Jahr 1962 wird allerdings durch Rückblenden aus Howards Sicht unterbrochen, in denen er vom 2. Weltkrieg berichtet. So lichtet sich das Geheimnis allmählich. Es bleibt bis zum Ende des letzten Rückblicks nicht erschließbar, was passiert ist und wieso Howard bis heute solche schrecklichen Erinnerungen hat. Beide Erzählungen werden zum Schluss zusammengeführt.

Aufgrund dieser schwierigen Themen, ist das Buch natürlich etwas bedrückend, auch traurig, macht aber auch Hoffnung. Und besonders das Ende des Buches finde ich wunderschön gewählt und bildet meiner Meinung nach einen tollen Abschluss zu einer mitreißenden Geschichte.

Den Titel des Werkes finde ich schön, aber da das Buch so gar nichts mit Marilyn Monroe zu tun hat, ist es für mich nur schwer erschließbar, warum gerade dieser Titel gewählt wurde. Dagegen finde ich den englischen Titel „The Promise of Rain“ (Deutsch: „Das Versprechen des Regens“) viel schöner. Denn im Buch bekommt Regen tatsächlich eine besondere Bedeutung. Auch das Englische Cover finde ich schöner, dass deutsche schneidet aber auch nicht viel schlechter ab.

FAZIT

Bei meiner Punktevergabe musste ich kurz überlegen, weil ich mir nicht ganz sicher war ob 5 Punkte angebracht sind. Aber aufgrund des herrlichen Endes, habe ich mich doch für 5 Punkte entschieden. Auch so hat die Geschichte eigentlich alles: Liebenswerte Figuren die man sofort ins Herz schließt, Themen die jeden von uns interessieren sollten, einen Schreibstil dem man gerne Seite für Seite folgt und Emotionen freisetzt. Und auch der Spannungsbogen kommt nicht zum Erliegen. 

 5/5 Punkte