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Sonntag, 25. Mai 2014

Rezension...Weil wir glücklich waren von Laura Moriarty

Die Autorin:
Laura Moriarty hat Sozialarbeit und kreatives Schreiben an der University of Kansas studiert. Für ihre schriftstellerische Arbeit erhielt sie den George-Bennett-Preis der Universität New Hampshire. Ihr Debütroman "Das Versprechen meiner Mutter" ist von Kritikern und Lesern gleichermaßen begeistert aufgenommen worden. Laura Moriarty lebt gemeinsam mit ihrer Tochter in Lawrence, Kansas.
 
Inhalt:
 
Veronica hat gerade erst angefangen, ihr eigenes Leben zu leben, da erfährt sie: Ihre Eltern haben sich getrennt. Plötzlich steht sie vor den Trümmern ihrer einst so glücklichen Familie. Dabei braucht sie ihre Eltern gerade jetzt. An der Uni läuft es nicht so gut, und dann ist Veronica auch noch verliebt - zum ersten Mal so richtig. Doch auch mit der Liebe ist es alles andere als einfach. Veronica nimmt es ihren Eltern übel, dass diese sie mit ihren Problemen nun ganz allein lassen. Und dann passiert etwas, womit sie niemals gerechnet hätte: Ihre Mutter steht mit gepackten Koffern vor der Tür und bittet Veronica, eine Weile bei ihr wohnen zu dürfen. Ein Belastungstest, aber auch eine Chance für Mutter und Tochter, sich noch einmal ganz neu kennenzulernen ...
 
Daten im Überblick:
 
Autor: Laura Moriarty
Originaltitel: While I´m Falling
Erschienen: 2011
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 400
Preis: 8,99€ (nur noch gebraucht erhältlich, Ebook für 4,99€)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eigene Meinung:
 
Durch dieses Buch habe ich eine Autorin entdeckt von der ich in Zukunft alles bisher Erschienene lesen möchte! Ihr Schreibstil hat mich komplett begeistert und sofort in die Geschichte gezogen. Ab der ersten Seite habe ich mich in der Geschichte wohlgefühlt und das, obwohl der Inhalt eher ernst und bedrückend ist.
 
Die Autorin beginnt mit dem Moment als Veronicas Vater von einer Dienstreise nach Hause kommt und einen Fremden in seinem Ehebett vorfindet. – Die Beziehung der Eltern zerbricht.
Diese Situation klingt an sich nicht außergewöhnlich, Laura Moriarty macht daraus aber einen nachdenklichen Familienroman. Dabei konzentriert sie sich auf die Beziehung von Veronica, einer Studentin, und ihrer Mutter. Diese hat sich nach ihrem Studium und wenigen Arbeitsjahren als Lehrerin um Veronica und ihre ältere Schwester, die jetzt Anwältin ist, gekümmert. Dadurch steht sie nach der Scheidung fast mittellos da.
 
Veronica als Protagonistin hat auch eigene Probleme mit ihrem Studium, für das sie ununterbrochen lernen muss, Geldsorgen und durch eine ausufernde Party auch noch Probleme mit ihrem Freund und einem Bekannten. Sie gibt ihrer Mutter die Schuld an der Scheidung und dem Auseinanderbrechen der Familie, sodass die Beziehung zwischen den beiden sehr abkühlt.
 
Ich konnte ihre Ängste absolut nachfühlen und mich allgemein sehr gut in ihre Situation versetzen, obwohl ich in meinem näheren Umfeld bisher nur wenig mit dem Thema konfrontiert wurde. Besonders toll empfand ich daher auch, dass Laura Moriarty die Geschichte vereinzelt aus der Sicht von Veronicas Mutter erzählt. Auch die in anderen Büchern oft vernachlässigten Nebencharaktere haben eine eigene Geschichte bekommen, Krisen die sie herumtreiben. Dadurch wird auch Spannung erzeugt: Die Probleme, gerade von Veronica, sind vielfältig und Probleme, die so jedem von uns passieren können.
 
Diese Alltäglichkeit macht das Buch aus: Zu erleben wie die Familie versucht wieder zu sich zu finden. Es ist hässlich, weil es nie mehr so sein wird wie vor der Scheidung, aber gleichzeitig wichtig, da sich Mutter und Tochter nur so wiederfinden können.
 
FAZIT
 
Ein gefühltes 4 Punkte Buch, dass ich aufgrund der lebensnahen Charaktere und der tollen Atmosphäre sehr genossen habe. Die Mutter-Tochter-Beziehung die durch die Scheidung der Eltern schwer erschüttert wird, wird glaubwürdig und spannend erzählt und hat mir trotz des ernsten Themas viel Freude gemacht, da der Schreibstil locker und mitreißend ist!
 
4/5 Punkten

Sonntag, 18. Mai 2014

Rezension...Lost Girl. Im Schatten der Anderen von Sangu Mandanna

Die Autorin:

Die indische Jugendbuchautorin Sangu Mandanna wurde in Bangalore geboren und verfasste ihre erste Geschichte im Alter von vier Jahren, nachdem sie von einem Elefanten gejagt wurde. Nachdem sie mit 19 nach England ausgewandert war, schloss sie drei Jahre später mit 22 ihr Studium im britischen Lancaster ab. Während ihrer Studienzeit lernte Sangu Mandanna ihren heutigen Ehemann kennen und lebt noch heute zusammen mit ihm und dem gemeinsamen Sohn in Lancaster. Als Inspiration für ihren Debütroman "The Lost Girl", der im August 2012 in Deutschland mit dem Titel "Lost Girl. Im Schatten der Anderen" erscheint, diente ihr der Roman "Frankenstein".

Inhalt:

Die Eltern der Anderen haben ihre Erschaffung in Auftrag gegeben. Die Andere ist das Original, sie ist die Kopie. Alles, was sie tut, hängt von der Anderen ab. Und wenn sie sich nicht an die Regeln hält, ist ihr Leben in Gefahr. Weitere Produktinformationen: Amarras Eltern lieben ihre Tochter so sehr, dass sie eine Doppelgängerin erschaffen lassen. Sie wächst abgeschottet von der Außenwelt auf und hat nur eine Bestimmung: die echte Amarra im Todesfall zu ersetzen. Darum muss sie wissen, was Amarra weiß; essen, was Amarra isst; lesen, was Amarra liest. Und obwohl sie nur lieben darf, wen Amarra liebt, verliebt sie sich Sean, einen ihrer Betreuer - ein lebensgefährlicher Verstoß gegen die Spielregeln eines grausamen Experiments.

Daten im Überblick:

Gebundene Ausgabe:
Autor: Sangu Mandanna
Originaltitel: The Lost Girl
Erschienen: 2012
Verlag: Ravensburger Buchverlag
Seiten: 448
Preis: 16,99€












Eigene Meinung:

Amarras Eltern lieben ihre Tochter so sehr, dass sie ein Echo ihrer Tochter erschaffen lassen haben. Dieses Mädchen ist äußerlich eine perfekte Kopie von Amarra, sie soll sprechen wie Amarra, alles lesen und essen wie Amarra und sich wie sie anziehen. Sie soll dieselben Personen lieben, Menschen die sie nie in ihrem Leben getroffen hat, damit sie nach dem Tod von Amarra an ihre Stelle treten kann. Sie ist ein Wesen ohne Rechte, erschaffen von Meistern, unnatürlich. Macht sie einen Fehler kann sie jederzeit abgeschaltet werden.

„Lost Girl“ ist eine Dystopie die sich mit einem dem Klonen ähnlichen Verfahren beschäftigt und dadurch ein sehr spannendes Gedankenexperiment darstellt. Durch Amarra bekommt man viele Informationen über die Aufgabe der Echos und den Regeln denen sie unterliegen. So dürfen sie sich keinen eigenen Namen geben, die Stadt in der sie leben nicht verlassen und nicht flüchten. Ansonsten können die Meister Amarra sofort den Prozess machen und sie töten. Amarra ist sich dieser Situation immer bewusst. Trotzdem versucht sie so viele Freiheiten wie möglich bei ihren Vormunden zu erkämpfen. Denn egal was alle Umstehenden glauben: Das Mädchen, dass sich schon immer einen Namen gewünscht hat, hat Gefühle und die Seele der „echten“ Amarra wird nach ihrem Tod nie in ihrem Körper leben.

Diese Kämpfernatur ist etwas was ich sehr an Protagonisten schätze. Dabei ist Amarra aber auch nicht naiv, sondern versucht ihre Aufgabe zu erfüllen, da dies ihre einzige Chance auf Leben ist. Die ständige Angst vor Fehlern, vor dem Ausgelöscht werden, davor das andere Menschen sie als Echo erkennen, ist immer fühlbar.
 
Ich habe sehr mit ihr mitgelitten, allerdings zauberte die zarte Liebe zwischen der Protagonistin und Sean mir auch ein Lächeln ins Gesicht. Die Beziehung der beiden, sofern man überhaupt davon sprechen kann, entwickelt sich sehr langsam, da es ihr nicht gestattet ist jemanden zu lieben, den Amarra im fernen Bangalore nicht kennt und liebt. Klar passt diese total ins Schema Jugendbuch, aber gestört hat mich das nicht wirklich.

Die „echte“ Amarra ist alles andere als begeistert von ihrem Echo und beschimpft sie sogar als „Dieb“. Die Autorin gibt auch Einblicke in die Gedanken von Amarras Eltern und Geschwistern, ihren Freunden, den Meistern und Vormunden. Dadurch ergibt sich ein Gesamtbild das mir gut gefallen hat und auch dabei geholfen hat die Situation von Amarra zu verstehen.

Allerdings hätte ich gerne noch mehr Hintergrundinformationen gehabt, zum Beispiel dazu wie Echos entstehen oder wie andere Echos versuchen ihr Leben zu gestalten. Dadurch wird auch die Chance verschenkt noch genauer in die Thematik einzusteigen und dem Leser mehr als nur moralische Bedenken beim Lesen zu entlocken. Da das Buch aber ein Jugendbuch ist, habe ich auch nicht erwartet, dass die Autorin noch näher darauf eingeht.

Das Ende konnte mich grundsätzlich überzeugen, da es eher offen gehalten ist und ich dadurch noch über das Buch nachdenken musste. Allerdings waren auch hier wieder ein paar Fragen ungeklärt die ich als Leser nicht beantworten kann und bei denen ich gerne einen Schlussstrich gehabt hätte.

FAZIT

Die Idee mit den Echos konnte die Autorin bis auf kleinere Logikfehler spannend umsetzen. Ich habe diese Dystopie wirklich gerne gelesen, auch wenn man auf Grundlage des Buches keine Diskussion über ethische Probleme führen kann. Der Roman richtet sich aber auch an Jugendliche und ist daher auch auf diese Zielgruppe zugeschnitten, inklusive kleiner, aber schöner Liebesgeschichte. Gegner von offenen Enden sollten vielleicht vorsichtiger an das Buch gehen. Für die Zielgruppe vergebe ich:

4/5 Punkten

Montag, 24. März 2014

Rezension...Zeitrausch (01) - Spiel der Vergangenheit von Kim Kestner

Die Autorin:

Kim Kestner, geboren 1975 in Gifhorn, studierte Visuelle Kommunikation und gründete später eine Marketingagentur. Für ihre ungewöhnlichen Projekte wurde sie mit einem bundesweit ausgeschriebenen Wirtschaftspreis ausgezeichnet. Nach der Geburt ihrer Zwillinge gab sie die Agentur auf, um sich von da an ganz ihrer Familie und fantastischen Geschichten zu verschreiben. Ihr erste Roman "Im Bann der Drudel" erschien Ende 2013 im Aeternica-Verlag. Ihr zweites Buch, ein Zeitreiseroman, wird am 06.03.2014 durch den Carlsen-Verlag veröffentlicht werden.

 
 
Inhalt:                   


Es sollte ein gewöhnlicher Sommerferientag werden. Ausschlafen, frühstücken, vom kleinen Bruder genervt werden, die Sonne genießen. Doch dann muss die siebzehnjährige Alison feststellen, dass ihr Bruder verschwunden ist. Schlimmer noch, es hat ihn nie gegeben - zumindest nicht in dieser Realität. Und damit beginnt das Spiel: Im Rausch durch die Zeiten, vor Millionen von Zuschauern und einer unerbittlichen Jury bekommt Alison die Aufgabe, die Vergangenheit so korrigieren, dass sie wieder in ihre ursprüngliche Gegenwart zurückkehren kann. Eine Aufgabe, die Alison durch sämtliche Jahrhunderte führt, vor unmögliche Herausforderungen stellt und viel schwieriger ist, als sie es sich jemals vorgestellt hat. Gerade mit dem geheimnisvollen Kay an ihrer Seite, der sie viel besser kennt, als es eigentlich möglich sein sollte … Dies ist der erste Band der Zeitrausch-Trilogie.

Daten im Überblick:

Ebook:
Autor: Kim Kestner
Originaltitel: /
Erschienen: 2014
Verlag: Carlsen
Seiten: 287
Preis: 3,99€










Reihe:

1. Spiel der Vergangenheit
2. ? (erscheint am 05. Juni)
3. ?

Eigene Meinung:

Alison führte bisher ein ganz normales Leben – ein nerviger Bruder, Eltern, ein Häuschen im Wald. Doch als die 17-Jährige an diesem Morgen aufwacht ist ihr kleiner Bruder verschwunden und niemand kann sich an ihn erinnern. Um ihn zu retten muss sie an einer Show teilnehmen. Erst allmählich beginnt sie zu begreifen worauf sie sich eingelassen hat. – Ihre Realität, ihr Leben, ihre Eltern, ihre beste Freundin sind plötzlich mehr als 400 Jahre entfernt. Denn Alison befindet sich im Jahr 2417. Um in ihre Wirklichkeit zurückzugelangen muss sie an gefährlichen Challenges teilnehmen die sie durch die Jahrhunderte katapultieren und ihr Leben kosten können. Ihr Begleiter ist Kay, der ihr helfen soll sich durch Raum und Zeit zu bewegen. Aber Alison ahnt das er nicht nur ihr Scout ist: Welches Geheimnis verbirgt Kay?

Die Mischung aus Dystopie und Zeitreise hat mir von Anfang an sehr gut gefallen, selbst als einige Elemente etwas an die „Panem“ – Trilogie erinnerten. Durch die ungewöhnliche Kombination mit Zeitreisen schafft Kim Kestner es aber eine Nische zu füllen, denn zumindest ich habe so ein Jugendbuch noch nie zuvor gelesen.

Gespannt machte ich mich also an das Buch und wurde mitten in die Geschichte geworfen. Dadurch wird man als Leser (wie auch Alison) leicht überrumpelt, da das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist. Durch den flüssigen Schreibstil habe ich aber sehr schnell in die Geschichte gefunden.

Das Konzept der Show in der Alison antritt ist ethisch äußerst fragwürdig, doch für stimmige Quoten greifen die Macher der Sendung zu allen Mitteln. Alison, die das Konzept der Sendung noch gar nicht versteht muss eine Entscheidung treffen: Will sie ihren Bruder zurück oder nicht? Alison kann eine Realität ohne ihren Bruder nicht akzeptieren und willigt daher ein bei der Show mitzumachen. Etwas mehr Informationen über „Top the Realities“ hätte ich schön gefunden, auch wenn die Geschichte auch ohne diese nachvollziehbar ist.

Die Challenges in denen Alison nun mit ihrem Scout Kay in die Vergangenheit geschickt wird sind stets temporeich beschrieben und lassen das Buch daher zu einem kompletten Page-Turner werden.
Der anfangs mysteriöse Kay ist ebenfalls Sympathieträger, selbst wenn er oft sehr bestimmt reagiert und daher ruppig erscheint. Und zumindest in meiner Vorstellung ist Kay zum heißen Zeitreisenden avanciert!

Einzig mit der Zeitreisetheorie hatte ich leichte Probleme, allerdings konnte ich mir ab der Hälfte des Buches schon mehr darunter vorstellen. Schließlich steckt Alison in derselben Situation wie der Leser und muss erst alles über Zeitreisen und die zahllosen parallel existierenden Realitäten lernen.

Das Ende hat mich sehr überrascht und gezeigt wie gut Kim Kestner die Geschichte konstruiert hat, da hier einige offene Fragen beantwortet wurden. Zum Glück ist es daher nicht unbedingt ein offenes Ende – den im Juni erscheinenden 2. Band kann ich aber trotzdem kaum erwarten, da der Abschluss meine Fantasie sehr angeregt hat!

FAZIT

Trotz des etwas schnellen Starts konnte mich die Geschichte völlig begeistern. Spannung, Romantik, Geheimnisse und die Mischung aus Dystopie und Zeitreise haben mir wahnsinnig gut gefallen. Um für den 2. Band noch Luft nach oben zu lassen vergebe ich „nur“ 4 Punkte und freue mich nach dem aufregenden Ende sehr auf die Fortsetzung!
 
4/5 Punkten
 
Ich danke Kim Kestner sehr für die tolle Leserunde und dem Carlsen-Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplars!
 
 

Freitag, 6. Dezember 2013

Rezension...Mich gibt`s übrigens auch für immer von Jana Seidel

Die Autorin:

Jana Seidel wurde 1977 in Hannover geboren. Nach ihrem Studium in Kiel volontierte sie bei einer Tageszeitung. Anschließend schrieb Jana Seidel zwei Jahre als freie Journalistin für diverse Medien. Mittlerweile lebt sie in Hamburg und arbeitet in einer Zeitschriftenredaktion.

Inhalt:

Tanja ist eine ewig Zweifelnde. Nach zehn abgebrochenen Studiengängen und ungezählten Nebentraumjobs, hat sie ihren Platz immer noch nicht gefunden. Nur in einem Bereich läuft es bestens. Sie lebt mit dem perfekten Mann zusammen – ihr indischer Freund Hrithik ist erfolgreich, klug und einfach umwerfend. Warum also verspürt sie einen deutlichen Fluchtdrang, als er ihr einen formvollendeten Heiratsantrag macht? Tanja muss endlich die Antworten finden, die sie sucht, und zwar schnell. Denn Hrithiks intrigante, langbeinige Exfreundin wartet nur darauf, ihren Platz einzunehmen ...

Daten im Überblick:

Taschenbuch:
Autor: Jana Seidel
Originaltitel: /
Erschienen: Dezember 2012
Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 256
Preis: 8,99€










Eigene Meinung:

Tanja hat sich noch nie zweifelsfrei entscheiden können. Auch als ihr die wohl bisher wichtigste Frage in ihrem Leben von ihrem indischen Freund Hrithik gestellt wird, läuft sie lieber davon als unterm heiligen Weihnachtsbaum ein „Ja“ zu hauchen. Nach einer eher halbherzigen Versöhnung bleibt da auch noch das Problem mit der traditionell indischen Familie ihres Freundes und ihrem in Indien lebenden Hippie-Vater. Die Reise in dieses ferne Land wird für sie zu einem Selbstfindungstrip und führt zu einem Wiedersehen mit ihrem Vater. Wird am Ende vielleicht doch alles gut?

Ich wurde von dem Buch positiv überrascht, da ich wirklich nicht so viel erwartet habe. Bekommen habe ich einen überzeugenden, leichten Frauenroman bei dem die witzigen Passagen überwiegen. Vor allem die Charaktere haben dazu beigetragen: Wer, außer Tanja, kann schließlich von sich behaupten einen in Indien lebenden Vater zu haben, der als Guru in einem blau-pinken Haus lebt, sowie tolle Freunde mit Philosophie-Tick, Vater-Komplexen oder Schriftsteller-Karriere? Sicherlich werden dabei einige Figuren zu einseitig dargestellt, doch stört das bei einer solchen Lektüre nicht wirklich. Ich habe Tanja, Hrithik und die anderen jedenfalls richtig in mein Herz geschlossen.

Die Geschichte überzeugt aber auch durch unvorhergesehene Wendungen, wenn man zwei, drei kleinere Schwächen übersieht, und hat bei mir daher für schnelle Unterhaltung gesorgt. Auch diese Schwachpunkte können beim Lesen getrost übersehen werden und tun der Geschichte keinen Abbruch.

Der Roman lebt aber nicht nur von den komischen Szenen, sondern auch von den eher nachdenklichen Stellen, die die Vater-Tochter Beziehung betreffen. Und auch kleinere Herzschmerzmomente dürfen natürlich nicht fehlen.

Mischt man das alles zusammen ergibt sich ein gemütlicher Roman in dem ich mich sofort zuhause und gut unterhalten gefühlt habe. Allerdings ist es kein Weihnachtsroman, da Tanja Weihnachten eher als Unglücks-Fest ansieht und so nun wirklich keine Weihnachtsstimmung aufkommen kann!

FAZIT

Ein witziger Frauenroman mit neuen Ideen und skurrilen Charakteren, obwohl kleinere Schwächen vorhanden sind. Diese sind allerdings für den Verlauf der Geschichte unwichtig und sorgen daher auch für keine große Abwertung des Buches. Eine sehr empfehlenswerte, spritzige und schnelle Lektüre!

4/5 Punkten

Samstag, 30. November 2013

Rezension...Der Duft des Regens von Frances Greenslade

Die Autorin:

Frances Greenslade, geboren 1961 in Ontario, Kanada, wuchs mit fünf Geschwistern auf der Niagara-Halbinsel auf. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Penticton, British Columbia, wo sie am Okanagan College Englisch lehrt. Der Duft des Regens ist ihr erster Roman.
(Quelle: Suhrkamp.de)

Inhalt:

In den weiten Wäldern Kanadas wachsen die Schwestern Maggie und Jenny glücklich und behütet auf. Sie lieben die Ausflüge zu den Seen, sammeln Pilze und Beeren, abends spielen sie mit den Eltern Karten. Doch die Welt der beiden Mädchen gerät vollkommen aus den Fugen, als der Vater bei einem Unfall ums Leben kommt. Und wenig später gibt die Mutter die Schwestern auch noch bei einer fremden Familie in der Stadt in Obhut – vorübergehend, sagt sie. Tage werden zu Wochen, Wochen zu Monaten, Monate zu Jahren. Die Mutter kehrt nicht zurück.
Auf sich gestellt, lernen Maggie und Jenny schnell, dass sie sich gegenseitig halten müssen, um den Boden nicht unter den Füßen zu verlieren. Sie entwickeln einen ungeahnten Überlebenswillen – stets begleitet von der Sehnsucht nach ihrer Mutter. Einige Jahre später macht sich Maggie schließlich auf, sie zu suchen. Sie kehrt zurück in die mächtigen Wälder, an die Orte ihrer Kindheit …

(Quelle: Suhrkamp.de)

(lovelybooks.de)
Daten im Überblick:

Taschenbuch:
Autor: Frances Greenslade
Originaltitel: Shelter
Erschienen: 2013
Verlag: Insel Verlag
Seiten: 366
Preis: 9,99€











Eigene Meinung:


Es ist 1969, die kleine Maggie und ihre Schwester Jenny verleben eine glückliche Kindheit in Duchess Creek. Wanderungen in der Natur mit ihrem Vater, das Tuscheln ihrer Mutter über vom Unglück Verfolgte. In dem einfachen Haus ohne Elektrizität, das vom Zauber der früher dort so zahlreichen Indianer umgeben ist, scheint nichts der Familie etwas anhaben zu können. Als ihr Vater stirbt zieht es Irene und ihre Töchter erst in die Natur und dann zu Fremden. Das nächste Unglück ist unabwendbar…

Schon auf den ersten Seiten merkt man, mit was für einer Sprachgewalt Fances Greenslade die Geschichte dieser zwei kleinen Mädchen erzählt, die schon bald zu selbständigen Frauen heranwachsen. Während die Unbeschwertheit von Maggie zuerst noch aus jeder Silbe zu spüren ist, wird das Buch immer düsterer und verstrickter und Maggie älter und ernster. Die Entwicklungen in diesen Jahren verändern das Leben der Familie grundlegend. Die Natur bildet den Ruhepol für Maggie und obwohl ich noch nie in Kanada gewesen bin, konnte ich mir die Umgebung genau vorstellen.
 
Das Wissen um die Entwicklung der Geschichte liegt von Anfang an offen, trotzdem bleibt die Spannung bestehen. Sie liegt zum einen in den Gefühlen die man mit den Charakteren teilt und zum anderen in bangem Erwarten. Ich hatte das Gefühl, dass mir die Ironie des Schicksals auf diesen Seiten gnadenlos serviert wird: Bemitleidete Irene zu Anfang noch andere Familien die schwere Schicksalsschläge hinnehmen mussten, so unterscheidet ihr Leben sich bald nicht mehr von diesen. So kommt es auch, dass trotz dieses leichten und bildhaften Schreibstils Angst vor dem Weiterlesen entsteht. Kaum geht es bergauf, stürzt Maggie bereits in die nächste, noch schlimmere Katastrophe. Und die ganze Zeit lauert das so gefürchtete zweite und dritte Unglück auf sie.

Die Familie, und damit meine ich nicht Maggie, Jenny, Irene und Patrick, sondern wirklich ganz allgemein „die Familie“, steht im Mittelpunkt dieses Romans. Genauer: die Mutter-Tochter-Beziehung. Ich habe lange darüber gerätselt inwiefern das Buch, an dem die Autorin seit 1992 gewerkelt hat, eine solche Wirkung beabsichtigt hat. Alle Mutter-Tochter-Beziehungen sind schwach ausgebildet: Sie überlassen ihre Töchter, wobei dies auch für Söhne gilt, früher als üblich dem selbständigen Leben und ziehen sich zurück. Sie sind verunsichert, haben Geheimnisse und können so nicht nach der Definition der Gesellschaft Mütter sein. Sie sind deswegen keine schlechten Mütter, sie lieben ihre Kinder, doch der Egoismus hat sie oft an „Ausweichpositionen“ gedrängt.

FAZIT

Bei Maggie vergisst man oft das sie noch ein Kind ist: Sie hat es gelernt sich gemeinsam mit ihrer Schwester durchzuschlagen und den kommenden Unglücken zu trotzen. Das bedeutet aber nicht, dass ihr all die furchtbaren Geschehnisse nichts anhaben. Im Gegenteil war ich emotional sehr beteiligt, auch wenn das Buch teilweise zu konzipiert erscheint.
Ein Roman in den man sehr viel mehr interpretieren kann, als ich es hier versucht habe zu tun, da die Geschichte komplex ist, aber doch jedem Menschen in irgendeiner Art und Weise geläufig ist.

4/5 Punkten    

Donnerstag, 26. September 2013

Rezension...Im Land des Feuervogels von Susanna Kearsley

Die Autorin:

Susanna Kearsley, geboren 1966, lebt in Ontario. Sie hat Politik und Internationale Entwicklungen studiert und als Museumskuratorin gearbeitet. Gleich ihr erster Roman »Mariana« war ein großer Erfolg. Danach veröffentlichte sie die Bestseller »Glanz und Schatten«, »Die Geister von Rosehill«, »Haus der Stürme«, »Der Ruf der Nacht«, »Damals in Lissabon«, »Das schottische Vermächtnis«, »Licht über den Klippen« und zuletzt »Im Land des Feuervogels« .

Inhalt:

Galeristin Nicola Marter besitzt eine besondere Gabe: Sobald sie einen Gegenstand berührt, sieht sie dessen früheren Besitzer. Als eine Unbekannte ihr eine Holzskulptur anvertraut, erkennt sie, dass es sich um einen Feuervogel aus der Welt der russischen Märchen handelt, und einst Zarin Katharina gehörte. Ihre Nachforschungen fördern eine lang vergessene Geschichte zutage, von verzweifelter Liebe, von Mut und von bitterer Rache ....




Daten im Überblick:

Taschenbuch:

Autor: Susanna Kearsley
Originaltitel: The Firebird
Erschienen: 2013
Verlag: Piper
Seiten: 544
Preis: 10,99€






Eigene Meinung:

Nicola Marter ist Galeristin und besitzt eine Gabe die sie bisher nur wenigen Menschen offenbart hat. Sobald sie Gegenstände berührt sieht sie Personen und Geschichten die diesen Gegenstand begleitet haben. Als sie mit dem Feuervogel, einer Holzskulptur in Berührung kommt, sieht sie Zarin Katharina und ein unbekanntes junges Mädchen. Auf einer Reise durch Schottland und St. Petersburg versucht sie diese junge Frau ausfindig zu machen und ihr außergewöhnliches Leben wieder auferstehen zu lassen.

Obwohl ich auf den ersten Kapiteln noch nicht vollständig von dem Buch überzeugt war, hat es mich im Gesamtergebnis berührt und mich für Russland weiter begeistern können.

Ihre Gabe ermöglicht es Nicola in die Vergangenheit abzutauchen sobald sie einen alten Gegenstand berührt. Susanna Kearsley macht neben der Schönheit dieser Gabe aber auch deutlich, dass sich Nick mit dieser Fähigkeit nicht wohlfühlt und Angst hat als Freak abgestempelt zu werden. Sie unterdrückt diese Begabung und entschließt sich nur sie einzusetzen um einer Frau zu helfen, die durch den Feuervogel die Chance auf einen großen Traum hat.

Die Dialoge mit dem Exfreund von Nick, der dieselbe Begabung hat, empfand ich stets a ls spritzig und charmant. Dass sich eine kleine Liebesgeschichte anbahnt, ist also nicht zu viel verraten. Obwohl der Anteil der historischen Handlung überwiegt fieberte ich auch bei Nicolas Geschichte mit.

Nach wenigen Kapiteln steigt man als Leser in die Vergangenheit ein, begleitet Anna, das junge Mädchen, in ihren ersten Lebensjahren und auf der Reise von Schottland nach St. Petersburg. In den wenigen Jahren die man Gelegenheit hat sie kennenzulernen führt sie ein sehr bewegtes Leben, in dem politische Wirren und Missverständnisse zu Rastlosigkeit geführt haben. Gerade, weil auf die Hintergründe für ein unstetes, aber nicht unglückliches Leben eingegangen wurde hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die Kapitel aus dem 18. Jahrhundert wechseln sich mit denen von Nicola Marter ab und sorgen für einen Lesefluss der nur kurzzeitig ins Stocken gerät.

Die Passagen in St. Petersburg haben mir besonders gut gefallen und mich in das 18. Jahrhundert mit seinen Bauwerken und Persönlichkeiten versetzt. Dieses Buch hat mein Interesse für Zarin Katharina und allgemein Literatur die in Russland spielt weiter geweckt und ist daher auch eines meiner Highlights 2013 (auch ohne 5 Punkte)!

FAZIT

Ein bewegender Roman, der abwechseln in der Gegenwart und in der Vergangenheit spielt und an traumhafte Orte in Schottland und Russland führt. Eine lebendige Geschichte die zudem noch beeindruckende Charaktere und einige Informationen zu den historischen Hintergründen bereit hält, runden das Buch für mich ab. Bis auf wenige langsame Stellen hätte ich das Buch gerne in einem Rutsch durchgelesen.
 
4/5 Punkten

Dienstag, 27. August 2013

Rezension...Rückkehr nach Somerton Court (01) von Leila Rasheed

Die Autorin:

Leila Rasheed hat ihre Wurzeln sowohl in Bangladesch als auch in England. Sie wuchs in Libyen auf, lebte einige Jahre in Brüssel und verbrachte viel Zeit in Italien. Heute lebt sie zusammen mit ihrem Mann, einem dänischen Saxophonisten, in Birmingham.

Inhalt:

Im Jahre 1912 kehrt die Familie Averley - Lord Westlake und seine beiden Töchter - aus einem luxuriösen Leben in Indien auf ihr herrschaftliches Anwesen Somerton Court in England zurück. Während sich die Dienerschaft hastig auf die Ankunft der Herrschaft vorbereitet, trifft eine schockierende Nachricht ein: Lord Westlake wird auch seine neue Verlobte und ihre drei Kinder mitbringen. Doch nicht nur das sorgt für große Unruhe. Es gibt Gerüchte, Lord Westlake sei wegen eines schrecklichen Skandals aus den Diensten als Gouverneur in Bengalen entlassen worden und schon bald wird offenbar, dass es auch finanziell nicht gut um die Familie bestellt ist. All das sorgt für große Spannungen sowohl bei der Herrschaft als auch der Dienerschaft. Lady Ada, Lord Westlakes Tochter, sieht sich gezwungen, zwischen ihrem eigenen Glück und der Familienehre zu wählen, Sebastian muss sich gegen Erpressungen durch einen früheren Diener – und Liebhaber – zur Wehr setzen und das liebenswürdige Hausmädchen Rose gerät in einen Skandal, der die Macht haben könnte, das Ansehen der Averleys für immer zu ruinieren.

Die Reihe:

1. Rückkehr nach Somerton Court
2. Diamonds and Deceit (erscheint im Januar 2014 auf Englisch)
3. ?


Daten im Überblick:

Taschenbuch:
Autor: Leila Rasheed
Originaltitel: Cinders & Sapphires
Erschienen: August 2013
Verlag: Fischer
Seiten: 384
Preis: 9,99€










Eigene Meinung:

Ada und ihre Schwester Georgina sind gerade aus Indien in ihre alte Heimat England zurückgekehrt. Angekommen auf dem Anwesen Somerton Court, gibt es bereits einige Überraschungen. Fiona, die zukünftige Ehefrau ihres Vaters Lord Westlake, sorgt mit ihren Kindern für jede Menge Intrigen und Skandale. Und auch Ada hat auf dem Schiff ein Geheimnis zurückgelassen von dem niemand erfahren darf. Ihr Wunsch in Oxford zu studieren rückt währenddessen in weite Ferne, doch sie kann nicht aufhören zu träumen…

Die Geschichte umfasst weit mehr als diesen einen Handlungsstrang und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Um den Überblick zu behalten gibt es im Buch einen toll aufgemachten Stammbaum, der mir sehr geholfen hat. – Derjenige auf der Rückseite des Buches spoilert allerdings!

Neben Ada nimmt vor allem das Dienstmädchen Rose, dass seit ihren ersten Lebensjahren auf dem Gut lebt, eine wichtige Stellung ein. Durch ihre Herkunft am musizieren gehindert, gibt es für sie keine Chance auf ihren lang gehegten Traum eine Komponistin zu sein.

Dieser Perspektivwechsel ermöglicht sowohl Einblicke in den Dienstbotentrack als auch in die Sichtweise der Herrschaften. Die Kluft zwischen den sozialen Schichten wird sehr deutlich aufgezeigt. Manche Menschen sind weniger wert als andere und haben sich auch dementsprechend zu verhalten.

Natürlich ist dies kein großer historischer Roman der lange nachhallt, aber doch mit einer Liebesgeschichte und jeder Menge Geheimnissen und Intrigen gekonnt unterhält. Perfekt für einen Urlaub am Strand oder vor dem Kamin! Außerdem werden Themen wie der erste Weltkrieg angedeutet, das Frauenwahlrecht und allgemein die Rolle der Frau näher beleuchtet und auch Homosexualität wird angesprochen. Dadurch wird der Roman sehr abwechslungsreich und alles andere als seicht gestaltet und bietet auch genug Zündstoff für den 2. Band der Trilogie (vorerst als Trilogie ausgelegt). Die Spannung lässt nicht nach und auch für Emotionen ist gesorgt:

Ada und Rose sind Frauen die ihrer Zeit weit voraus sind und sich dadurch sehr eingeengt in ihren Möglichkeiten fühlen.

„ Manchmal ist mir, als würde jeder Gedanke, jedes Gefühl am Abend vorher von anderen Menschen für mich bereitgelegt, genau wie meine Kleider.“ – Ada (S. 155)

Die Behandlung sobald man als Frau gerne studieren möchte und wie abhängig das eigene Schicksal vom Wohlgefallen der Männer ist, haben mich teilweise sehr wütend gemacht. Unsere heutigen Vorstellungen kollidieren einfach so stark mit den damaligen Ansichten, dass es praktisch unmöglich ist nicht über einige Bemerkungen den Kopf zu schütteln. Zum Glück bietet Ada ihren Kritikern die Stirn und konnte mich so das ein oder andere Mal zum Lachen bringen.

FAZIT

Ein unterhaltsamer historischer Frauenroman mit jeder Menge Intrigen, Geheimnissen und Skandalen, bei denen man kaum den Überblick behalten kann. Der Roman war durchgängig leicht zu lesen und sehr unterhaltsam, spannend und emotionsgeladen. Ich hoffe darauf, dass im nächsten Band der Trilogie auf einige Probleme noch näher eingegangen wird.

4/5 Punkten

Mittwoch, 7. August 2013

[Buchzauberkiste] Drei auf einen Streich...


Das verlorene Symbol von Dan Brown (Bastei Luebbe)
 
Taschenbuch für 9,99€  

 
Robert Langdon weiß noch nicht was es bedeutet, als er einen Anruf bekommt und kurz darauf eine abgetrennte Hand in der Rotunde des Kapitols findet. Seine Kenntnisse sind gefragt um die mit Tätowierungen versehene Hand zu deuten und Hinweise auf den Täter zu liefern.
Mein erstes Buch von Dan Brown konnte mich leider nur teilweise packen, da mir einige Beschreibungen und Erklärungen zu der Kultur der Freimaurer zu oft wiederholt wurden und dadurch Langeweile aufkam. Der Fall war hingegen toll konzipiert und hat mich auch begeistert, da ich Fan von Verschwörungen bin und es in diesem Buch ja hauptsächlich darum geht. Ganz besonders das Ende war mir dann aber zu lang gezogen, da der Täter bereits gefunden und der Fall gelöst war und ich somit die letzten Seiten als überflüssig empfunden habe.

 
FAZIT: 3/5 Punkten
Ein Thriller der lehrt vielleicht auch das Ungewöhnliche in Betracht zu ziehen und der mich weitestgehend gut unterhalten konnte. Teilweise gab es jedoch zu viele Wiederholungen und Erklärungen und das Ende war zu lange herausgezögert.


Endstation von Jay S. (neobooks)

E-Book für 1,99€

 
Tim lebt erst seit wenigen Wochen auf der Straße, als er zufällig auf Tamara trifft, die dieses harte Leben bereits seit zwei Jahren führt. Schnell will er unbedingt mehr über das ungewöhnliche Mädchen erfahren, doch Tamara hat andere Pläne und verschwindet.
Dieses Buch über das Leben von Jugendlichen auf der Straße und Drogenmissbrauch hat mich sehr berührt und auch nachdenklich gemacht. Denn dies ist kein „Drogenmärchen“ in dem die Protagonisten aus Liebe zueinander ein glückliches Leben beginnen. Soweit es für mich zu beurteilen ist wurden die Beweggründe für das Verhalten und die Drogenspirale in die man schnell rutscht realitätsnah geschildert. Ich konnte mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören, da ich unbedingt wissen wollte wie die Geschichte für Tim und Tamara endet.

 
FAZIT: 4/5 Punkten
Der Roman vermittelt einen emotionalen Überblick über ein aktuelles Problem unserer Gesellschaft. Dank der zugleich berührenden und wirklichkeitsgetreuen Geschichte der Protagonisten eine absolute Leseempfehlung!


Bellagio von Bia May („Verkauf durch Amazon Media EU“)

E-Book für 0,99€

Elas Sohn wird immer gewalttätiger ihr gegenüber, Beleidigungen und Schubsen sind keine Seltenheit. Auch ihr restliches Leben hatte sich die Psychologin anders erträumt, die gescheiterte Ehe ist nur das was offensichtlich nicht funktionierte. Alex hingegen hat bisher immer auf der Sonnenseite des Lebens gestanden: bis er pleite geht und seine Frau mit den Töchtern zurück nach Frankreich zieht. Ela und Alex suchen beide in Bellagio nach Antworten auf ihr entmutigendes Leben.
Die Autorin traut sich in diesem Roman an ein mutiges Thema (Gewalt von Kindern gegenüber der Mutter/den Eltern) und schafft es die Charaktere so zu schildern, dass ihre Schicksale zu Herzen gehen. Es handelt sich keineswegs um einen Liebesroman, leider rutscht das Buch jedoch am Ende ins melodramatische ab. Trotzdem vermittelte der Schluss die Botschaft dieses Romans sehr gut. Die Geschichte gab mir das Gefühl in einem Traum der Hauptperson zu sitzen, da es viele unmöglich erscheinende Wendungen gab. Und das ist sogar recht positiv gemeint!

FAZIT: 3/5 Punkten
Ein Buch mit der Botschaft sein Leben in die Hände zu nehmen, mit der Vergangenheit abzuschließen und es von Grund auf umzukrempeln. Ab und zu etwas unwirklich und melodramatisch, aber trotzdem lesenswert!


Wie immer freue ich mich über Kommentare wie ihr die Bücher gefunden habt oder einfach Gedanken zum Thema!

Eure Anni

Donnerstag, 25. Juli 2013

[Buchzauberkiste] Jeden Tag, jede Stunde singe ich mit einem Herz aus Stein Song für Song.

Nachdem sich bei mir einige Bücher angesammelt haben möchte ich sie in diesem Format kurz vorstellen. Ich werde lediglich den Inhalt grob wiedergeben und meine Meinung in wenigen Sätzen zusammenfassen.
Dies wird wahrscheinlich auch praktisch sein, wenn die Schule in einer Woche wieder losgeht und ich in mein letztes Schuljahr starte! Zeit und Lust sind dann wieder seltener vorhanden, und treffen noch seltener zum gleichen Zeitpunkt aufeinander.

In diesem Sinne hoffe ich, dass euch meine "Zauberkiste" (in Anlehnung an meinen Blognamen) und der Inhalt dieser Wundertüte gefällt!
Natürlich freue ich mich auch über Verbesserungsvorschläge jeglicher Art :)


Song für Song von Katja Kutsch (neobooks)

 
E-Book für 2,99€

 
Henrik, ein mittelloser Hartz IV – Empfänger bricht nachts auf Drängen seines Schwagers in spè und seiner Freundin in eine Villa ein. Als er bemerkt, dass aus dem Wohnzimmer Musik erklingt ist es für eine Flucht bereits zu spät. Doch als Pätti den Einbrecher entdeckt ruft sie nicht wie erwartet die Polizei – sondern lädt Henrik auf ein Glas Wein ein…

So unglaubwürdig wie sich Pättis Verhalten erst mal anhört ist es nicht, da man sich sofort in die Charaktere einfühlen kann. Die Idee und die ungewöhnlich erfrischende Personenkonstellation (armer Mann, reiche Frau) konnten bei mir punkten. Leider gab es einige Rechtschreibfehler und auch der Schreibstil war mir stellenweise zu metaphorisch. Ansonsten ist dieser dünne Roman aber nur halb so kitschig wie erwartet, da Katja Kutsch die Personen realitätsnah handeln lässt und sich ihre Gefühle füreinander nicht überschlagen.

 
FAZIT: 3/5 Punkten
Liebesroman mit tollen Charakteren nicht nur für Musikfans, gelegentlich aber schwer zu lesen, aufgrund von Schwächen im Schreibstil!


 

Herz aus Stein von Sofia Hartmann (Monika Celik Verlag)

 
E-Book für 2,99€
 

 
Als eine Frauenleiche mit kahl rasiertem Schädel, abgezogener Haut auf dem Rücken und einem Stein statt Herz aufgefunden wird, entdeckt Kommissar Reitz exakt dasselbe Muster bei zwei weiteren Mordfällen. Die Soko „Goldmarie“ tappt völlig im Dunkeln, denn außer langen, blonden Haaren scheint es kein Muster bei der Auswahl der Opfer zu geben und auch keinen Hinweis auf den Täter.

Nach anfänglicher Skepsis, da mir das Privatleben von Alexander Reitz zu ausführlich diskutiert wurde, hat sich der Thriller spannend weiterentwickelt und sogar einen gewissen Gänsehaut-Effekt geboten. Dies geschieht aber vielmehr durch Wechsel in die Sichtweisen von Täter und Opfern, als durch eklig verstümmelte Leichen. Daher ist dieser psychologisch interessant ausgearbeitete Thriller auch dann noch ein Page-Turner, wenn der Täter früh feststeht und die Rechtschreibung schwächelt.

 FAZIT: 4/5 Punkten
Page-Turner mit einigen Schwächen aber fesselndem Täterprofil, das mich zugleich fasziniert und auch auf das heftigste abgestoßen hat.

 

 

Jeden Tag, jede Stunde von Natasa Dragnic (dva)


Taschenbuch für 9,99€

 
Luca und Dora waren schon im Kindergarten trotz ihres Altersunterschiedes beste Freunde. 16 Jahre nach Doras Umzug nach Paris stehen sich die junge Schauspielerin und der Künstler wieder gegenüber. Doch ihr Happy End lässt auf sich warten.

Nach kurzer Eingewöhnung in den eigenwilligen Schreibstil, der dann aber für meinen Geschmack perfekt zu den Gefühlen der Beiden passte, drückte ich Luka und Dora die Daumen. Trotz der unzähligen verpassten Chancen, die das Happy End verbauen, ist das Buch auf eine andere Art und Weise kitschig. (- Kann es eine solche Liebe wirklich geben?) Die Schilderungen Kroatiens sind hingegen wunderschön und verbreiteten bei mir Urlaubsstimmung.

 

 FAZIT: 4/5 Punkten
Sicherlich kein Buch für jedermann, deswegen sollte man vorher unbedingt eine Leseprobe ausprobieren. – Der Schreibstil hat perfekt zu Luka und Dora gepasst, die man einfach nur in sein Herz schließt vor lauter Ungerechtigkeit.


Ich freue mich auf eure Meinungen zu dieser Idee und natürlich auch zu den Büchern!
Die nächste Buchzauberkiste ist bereits in Planung...


Eure Anni

Freitag, 12. Juli 2013

Rezension...Die geheime Sammlung von Polly Shulman

Die Autorin:

Es gibt kaum ein Thema, über das Polly Shulman noch nicht für Zeitungen und Magazine geschrieben hat: ägyptische Grabmäler, essbare Quallen, Unendlichkeit, Blind-Dates, Bücher und, und, und … Sie liebt es, ihre Schokoladenkekse mit Cayennepfeffer zu würzen und sammelt eigenartigen Schmuck aus der viktorianischen Zeit. Kaum zu glauben, dass sie ursprünglich einmal Mathematik in Yale studiert hat. Polly Shulman ist in New York aufgewachsen, wo sie auch heute noch gemeinsam mit ihrem Mann und einem Papagei namens Olive lebt.
(Quelle: jugendbuch-coach.de)

Inhalt:

Es ist nicht leicht, eine Außenseiterin zu sein. Doch dann bekommt Elizabeth einen Aushilfsjob in einem ganz besonderen Museum, dem New Yorker Repositorium der verleihbaren Schätze, in dem man Kunst und Krempel, Wertvolles und Verrücktes ausleihen kann: alte Möbel, schönen Schmuck, eine Perücke, mit der Marie Antoinette einst durch ihr Schloss stolzierte. In den geheimnisvollen Lagerhallen findet Elizabeth aber auch endlich echte Freunde, die bereit sind, mit ihr durch Dick und Dünn zu gehen. Und die braucht sie dringender, als sie geahnt hat – denn verborgen im Keller gibt es noch eine ganz besondere Sammlung, deren Schätze allesamt magische Kräfte haben. Nun beginnt jemand, ihnen den Zauber zu rauben. Nur Elizabeth kann dies verhindern, aber damit bringt sie sich selbst in große Gefahr...

Daten im Überblick:

Gebundene Ausgabe:

Autor: Polly Shulman
Originaltitel: The Grimm Legacy
ISBN: 978-3-426-40228-3
Erschienen: Mai 2010
Verlag: PAN
Seiten: 352
Preis: 4,99€ (momentan als Restexemplar erhältlich)








Eigene Meinung:


Als Elizabeth sich auf Hinweis ihres Lehrers um einen Aushilfsjob im Repositorium von New York bewirbt, erlebt sie eine ziemliche Überraschung. Statt nur Büchern wird dort scheinbar alles verliehen: Geschirr, historische Kleidung und sogar magische Objekte aus dem Grimm-Sammelsurium können für einige Stunden den Besitzer wechseln. Diese aufregende Arbeit wird jedoch schnell von Schatten verdunkelt, denn die Magie von zahlreichen uralten Schätzen der Gebrüder Grimm verbleicht plötzlich. Personen verschwinden und ein großer Vogel wird gesichtet, zu groß um nicht durch Magie erschaffen worden zu sein…

Die Protagonistin dieses äußerst märchenhaften Buches führt ein Leben ähnlich dem von Aschenputtel. Ihr Vater muss das College für ihre Stiefschwestern bezahlen, die ihr seid dem Tod der Mutter das Leben schwer machen. Dennoch handelt es sich hier keineswegs um ein modernes Cinderella, sondern eine spannende Fantasygeschichte.

Das Repositorium umschreibt Polly Shulman so detailreich, dass mein Kopfkino auf Hochtouren lief. Daher würde ich dieses Buch auch sehr gerne als Film erleben!  Die Regale voller Antiquitäten und auch die magischen Objekte sind sicherlich wunderschön anzusehen. -  Die zertanzten Schuhe, der Spiegel der bösen Königin sowie das deutsche und französische Tischleindeckdich lassen wohl die Kindheitsträume von jedem wieder lebendig werden.

Nicht nur Elizabeth ist von Anfang an sympathisch, sondern auch die kleine Liebesgeschichte ist glaubwürdig beschrieben. Für wen der beiden Jungen, die im Repositorium arbeiten, schlägt Elizabeths Herz wirklich? Mark Merritt, der Basketballstar ihrer Schule, oder Aaron, der ihr unerwartet widerspenstig gegenübertritt?

Zudem wird es auch richtig spannend, denn die magischen Objekte sollen schließlich gerettet werden. Doch ohne eine Spur vom Übeltäter ist es gar nicht so leicht auf sich und seine Freunde aufzupassen…

FAZIT

Ein spannendes Jugendbuch rund um das Grimm Sammelsurium mit seinen magischen Objekten! Shulman hat hier eine ganz eigene detailreiche Welt geschaffen, in die ich mich sofort wegträumen konnte und mich an meine Kindheit voller Märchen erinnert gefühlt habe!
 
4/5 Punkte
 
 

Dienstag, 11. Juni 2013

Rezension...Dieser Mann macht mich verrückt! von Susan Elizabeth Phillips

Die Autorin:

Susan Elizabeth Phillips ist eine der meist gelesenen Autorinnen der Welt. Ihre Romane erobern jedes Mal auf Anhieb die Bestsellerlisten in Deutschland, England und den USA. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in der Nähe von Chicago.
(randomhouse.de)

Inhalt:

Verflixt noch mal! Als Blue Bailey von ihrem Freund in einem Kuhkaff sitzen gelassen wird, ist ihre einzige Rettung irgend so ein Schönling im Cabrio. Denn Blue muss dringend nach Texas. Aber zum Glück findet Dean Robillard, dass auf einer Tour quer durch die USA nichts besser unterhält als eine streitlustige Blondine. Allerdings hat Blue jetzt ein weiteres Problem: Gibt’s was Schlimmeres für eine selbstbewusste junge Frau, als tagelang auf engem Raum neben einem richtig sexy Typen zu sitzen, der – und das ist ja wohl die Höhe! – noch dazu sehr nett ist?

Die Reihe: "Chicago-Stars"

Die Bücher beinhalten zwar wiederkehrende Charaktere, sind aber problemlos getrennt voneinander zu lesen!

1. Bleib nicht zum Frühstück! (1998)
2. Träum weiter, Liebling! (1999)
3. Ausgerechnet den? (2001)
4. Der und kein Anderer (2001)
5. Verliebt, Verrückt, Verheiratet (2002)
6. Küss mich wenn du kannst (2005)
7. Dieser Mann macht mich verrückt! (2007)

Daten im Überblick:

Taschenbuch:

Autor: Susan Elizabeth Phillips
Originaltitel: Natural Born Charmer
ISBN: 978-3-442-36300-1
Erschienen: 2007
Verlag: blanvalet
Seiten: 512
Preis: 8,95€










Eigene Meinung:

Blue ist vollkommen pleite und muss zudem auch noch feststellen, dass ihr Freund sie für eine Andere verlassen hat. – Als Dean Robbilard, ein Footballspieler, sie vom Seitenrand der Straße aufgabelt und auf eine Fahrt durch die USA einlädt, sind Streitereien vorprogrammiert. Denn Blues einziges Ziel ist es den Schönling auf Abstand zu halten und bei der erstbesten Gelegenheit in einer großen Stadt zu verschwinden. Doch bei der Ankunft auf Deans Farm in Texas erwarten sie einige Überraschungen. – Und die sind definitiv eher zu Deans Nachteil…

Dean lernt Blue in einer wahren Notsituation kennen – denn welche Frau schleppt sich schon gerne schwitzend mit einem Biberkostüm durch ein kleines Kaff?

Gelingt der Einstieg in die Geschichte so recht witzig, hatte ich dennoch kleine Probleme mit den Charakteren. Sie sind beides sehr ironisch/sarkastische Menschen, um auch ja nicht zu sehr ihre wahren Absichten zu offenbaren (die keinesfalls romantisch ausfallen). Dies war auf Dauer leider etwas anstrengend, doch schon nach ca. 100 Seiten freundete ich mich immer mehr mit ihnen an und konnte die Geschichte voll genießen.

Wie bei SEP üblich, tritt Blue als sehr selbstständig auf, weiß was sie will und macht es Dean alles andere als leicht. Dennoch wirken die Charaktere wie erwartet oft klischeehaft und bleiben in den Rollen des muskelbepackten Dean und der auf Hilfe angewiesenen Blue stecken. Dass beide eine prägende und vernachlässigte Kindheit erlebt haben, die sie zu ihrer heutigen Lebensweise getrieben hat, macht die Sache nicht besser.

Stört man sich an so mancher Oberflächlichkeit aber nicht zu sehr, so erwarten jeden durchaus lustige Lesestunden. Mit dem gewohnten Schreibstil verfliegen die Seiten schnell und auch die Handlung kann mit einigen Überraschungen aufwarten.

Statt es bei der Liebesgeschichte von Blue und Dean zu belassen, geht SEP hier auch noch näher auf die Vergangenheit von Deans Eltern ein und schafft damit eine vollendete Geschichte für diese Familie. Obwohl das Ende bei weitem nicht überraschend ist, bleibt es so bis zum Schluss spannend. – Denn der Weg zum Glück ist wie immer originell!

FAZIT

Der Abschluss der „Chicago-Stars“-Reihe ist wie gewohnt witzig und spannend, obwohl der Aufbau der Handlung sich prinzipiell nicht von anderen Büchern unterscheidet. Voller Klischees – aber dennoch lesenswert!

4/5 Punkten

Dienstag, 2. April 2013

Rezension...Der Ja-Sager von Danny Wallace

Der Autor:
Daniel Frederick Wallace wurde 1976 in Schottland, Dundee, geboren. Er begann bereits mit 18 Jahren humoristische Texte für Magazine zu schreiben. Heute lebt und arbeitet er als Comedian, Fernsehproduzent, Radiomoderator, Journalist und Autor in London. In England sind von ihm bisher erschienen: "Are you dave Goreman?", "Join Me", "Yes Man" und "Friends like these".
(Quelle: Droemer Knaur)

Inhalt:
Was passiert, wenn man einfach zu jeder Frage, zu jedem Angebot, auf jede Bitte „Ja“ sagt? Danny Wallace hat es getan und sich damit in die absurdesten Situationen gebracht: Er gewinnt 25.000 Pfund – und verliert sie kurze Zeit später wieder; er trifft buddhistische Mönche, von Alien besessene Menschen und den einzigen hypnotisierten Hund der Welt. Er strandet in Singapur, Amsterdam, Stonehenge und einem kleinen Bergarbeiterdorf in Südwales – und plötzlich ist sein Leben alles Mögliche, nur nicht langweilig.

Britischer Humor, ein sympathischer Protagonist, viele unvergessliche Begegnungen und die Frage: Was passiert, wenn man zu allem JA sagt?



Daten im Überblick:

Taschenbuch:
Autor: Danny Wallace
Originaltitel: Yes Man
ISBN: 3442470137
Erschienen: 2006 (Filmausgabe 2009)
Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 576
Preis:
Dieses Buch ist nur noch auf Englisch unter dem Originaltitel bei Ebury Press neu zu erhalten. Dort kostet das Buch über Amazon 9,10 €.






Eigene Meinung:

Danny Wallace ist 26 und seit Monaten deprimiert. Seine Freunde bekommen ihn seit Monaten kaum zu Gesicht, auch in Liebesdingen und der Arbeit ist die Situation reichlich festgefahren. Doch plötzlich wird der Ersatzverkehr für ihn eine spirituelle Erfahrung. Denn ein Mann mit Bart, asiatisches Aussehen, scheint die ultimative Lösung seiner Probleme zu kennen: „Sagen Sie doch öfter Ja.“ In den folgenden Monaten will Danny zu allen Vorschlägen und Bitten „Ja!“ sagen. Und begreift dabei die ganze Macht dieses kleinen Wortes. Er interviewt buddhistische Mönche, fährt für ein Wochenende nach Singapur, erfährt die Wirkung des einzigen hypnotischen Hundes auf der Welt und ergreift die Gelegenheit, um seine Traumfrau wieder zu sehen. Mit ungeahntem Ausgang…

Dieses wundervoll inspirierende, lustige und herzerwärmende Buch ist leider nicht mehr neu zu bekommen. Sollte es euch aber mal begegnen, sagt einfach „JA!“.

Danny Wallace hat hier ein Buch über sich selbst geschrieben und nimmt sich gekonnt nicht allzu ernst. Er hat einige Monate lang Tagebuch über sein Leben als „Yesman“ geführt und die Geschehnisse mehr oder weniger so in diesen Roman gepackt.

Mich konnte dieses Buch anregen mehr über mein Leben nachzudenken und sicherlich auch mal öfter „Ja!“ zu sagen. (Wenn die Wirkung eines „Nein!“ an einigen Stellen sicherlich nicht verkehrt ist.) Es ist aber keinesfalls als Ratgeber zu verstehen, sondern gibt nur auf lustige Art und Weise Erfahrungen wider.

Die Personen sind allesamt sehr herzlich oder schräg, oft auch beides zusammen. Besonders gerührt hat mich die leichte Liebesgeschichte, die in dem Buch aber eher an den Rand rückt.
Dominierend sind die humoristischen Szenen, bei denen ich oft laut lachen musste und meine Eltern mich immer schon gefragt haben was denn da gerade passiert… Allerdings ist Humor auch immer Geschmackssache. Daher solltet ihr euch wenn möglich eine Leseprobe besorgen.

Ein wenig Kritik muss ich dennoch an Danny üben. Denn natürlich muss er auch zu Spam-Emails laut und freudig „Ja!“ sagen. Solange er diese nicht ernst nimmt, ist das auch noch verständlich. Leider driftet er aber an einer Stelle ins Naive und hat mich damit schon aufgeregt. Ansonsten aber ein toller Charakter den ich immer nachvollziehen konnte und der mir von seiner Einstellung auch gut gefallen hat.

FAZIT

Ein Exkurs in das Leben eines „Yesman“, der allen vorlebt wie ein Anti-Langeweile-Programm aussehen kann. Und da es auch bei diesem Buch nie langweilig, sondern außer lustig nur herzlich wird, solltet ihr zu diesem Erfahrungsbericht unbedingt „Ja!“ sagen.

4/5 Punkten

Sonntag, 24. Februar 2013

Rezension...Ich.Darf.Nicht.Schlafen. von S.J.Watson

Der Autor:

S. J. Watson wurde in den Midlands geboren, lebt in London und hat viele Jahre für den staatlichen britischen Gesundheitsdienst (NHS) gearbeitet. Sein erster Roman ›Ich. Darf. Nicht. Schlafen.‹ wurde aus dem Stand zu einem internationalen Mega-Bestseller, der in über 40 Ländern erscheint und in Hollywood verfilmt wird.
(www.fischerverlage.de)

Inhalt:

Ohne Erinnerung sind wir nichts. Stell dir vor, du verlierst sie immer wieder, sobald du einschläfst. Dein Name, deine Identität, die Menschen, die du liebst – alles über Nacht ausradiert. Es gibt nur eine Person, der du vertraust. Aber erzählt sie dir die ganze Wahrheit?

Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt – sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben – und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? Wem kann sie trauen, wenn sie sich nicht einmal auf sich selbst verlassen kann?




Daten im Überblick:

Taschenbuch:
Autor: S.J.Watson
Originaltitel: Before I Go To Sleep
Erschienen: 2012
ISBN: 3596191467
Verlag: Fischer
Seiten: 400
Preis: 9,99€








Eigene Meinung:


Christina ist 46 Jahre alt. Doch wenn sie morgens aufwacht, erkennt sie ihr Gesicht, ihren Körper, ihr Haus und ihren Mann Ben nicht wieder, der sie liebevoll pflegt. Jeden Tag ist das neu Erfahrene gleich überraschend. Hoffnung schöpft sie erst, als sie von einem Tagebuch erfährt, dass sie angeblich jeden Tag führt. Was sie liest, verunsichert sie. Und stellt sie vor gewaltige Fragen: Wem kann ich noch vertrauen? Erzählt das Tagebuch mir die Wahrheit? Oder bin ich psychotisch – war ich es vielleicht gestern?

Dieser unblutige Thriller aus der Feder von S.J. Watson war wirklich spannend! Die Grundidee des Buches (die etwas an „50 erste Dates“ mit Adam Sandler und Drew Barrymore erinnern mag, nur als Thriller) wurde durch den Schreibstil perfektioniert.

Christines Zweifel an ihrem Leben und die Verzweiflung an sich selbst nimmt man ihr sofort ab. Was würde man selbst tun, könnte man seine Erinnerungen nur 24 Stunden behalten? Wenn alle hochgekommenen Erinnerungen erneut tief unter der Oberfläche verschwinden, sobald man schlafen geht? Der Psychothriller spielt so zu einem gewissen Grad auch mit unser aller Ängsten: Jeder möchte ein selbstbestimmtes Leben führen. Entscheidungen treffen und Erfahrungen machen.

Dabei hilft Christine ein gewisser Dr. Nash. Jeden Morgen ruft er sie an und erzählt ihr von der Existenz eines Tagebuches.
So bekommt Christine die Erinnerungen an den vorigen Tag zwar nicht zurück, doch sie weiß was geschehen ist. Doch was sie liest, kann unmöglich die Wahrheit sein. Oder doch?

Wie gesagt, die Grundhandlung ist nicht neu. Trotzdem ist dieser Psychothriller oft ein Pageturner, in den man total hineingezogen wird. Mir haben die psychologischen Aspekte dabei ebenfalls sehr gut gefallen mit denen der Autor geschickt spielt.
Das Ende hatte ich teilweise vorausgesehen. Trotzdem bin ich auch hier nicht enttäuscht, da es einige Wendungen gibt die ich nicht im Plan hatte.

FAZIT

Ein durchdachter gut geschriebener Psychothriller, dessen Ideen nicht vollkommen neu sind. Das störte mich als Leser aber gar nicht, da Christine als Hauptperson sehr real wirkt und mich in das Buch hineingezogen hat!

4/5 Punkten

Freitag, 25. Januar 2013

Rezension...Das Glücksprojekt von Alexandra Reinwarth

Die Autorin:

Alexandra Reinwarth wurde 1973 geboren. Ihr Debüt »FMIEB. Wörter, die die Welt noch braucht« veröffentlichte sie 2006 gemeinsam mit Oliver Kuhn und Axel Fröhlich.  2011 erscheint »Hape: Auf den Spuren des lustigsten Deutschen«. Sie lebt seit 2000 als Autorin in Barcelona.

Inhalt:

Alexandra Reinwarth ist eigentlich ganz zufrieden. Sie hat einen guten Job. Einen netten Mann. Gute Freunde. Aber manchmal, wenn sie einschläft, fragt sie sich: Bin ich wirklich glücklich? Also wagt sie ein ungewöhnliches Experiment. Sie macht ein Jahr lang alles, um wirklich glücklich zu werden. Sie besucht einen Glückscoach, unternimmt eine Wallfahrt, fängt mit Sport an, singt in der Dusche, kümmert sich um ihre Freunde, kauft sich ein Haustier, entrümpelt ihre Wohnung, probiert allerlei Glücksdrogen und fahndet ausgiebig nach dem Sinn des Lebens.


Daten im Überblick:

Ebook:
Autor: Alexandra Reinwarth
Vollständiger Titel: Das Glücksprojekt: Wie ich (fast) alles versucht habe, der glücklichste Mensch
                                der Welt zu werden
Originaltitel: /
ISBN: 3868822054
Verlag: mvg
Seiten: 250
Preis: 4,99€







Eigene Meinung:


Mit ihrem Erfahrungsbericht hat Alexandra Reinwarth ein schon auf den ersten Seiten überzeugendes Buch abgeliefert. Für jeden Leser dürfte sich hier ein interessanter Aspekt zum Thema „Glück“ finden. Denn ist Glück nicht das, wonach wir alle streben? Was wir in unserem Leben erreichen wollen?

Und obwohl dieses Buch kein Ratgeber ist, wie die Autorin auch gleich zu Anfang klar stellt, nimmt man ihre Erfahrungen mit und versucht sie sich im Alltag bewusst zu machen. Denn das Tolle daran ist: Die beschriebenen Situationen und Versuche sind tatsächlich alltagstauglich. Natürlich muss hier jeder seinen Weg finden, trotzdem nimmt man Alexandra Reinwarth ihre Reise durch die Techniken des Glücks sofort ab. Wer so authentisch schreibt, Elan und Witz aus jeder Seite sprühen, der muss das auch selbst getestet haben. Nicht jeder Tipp gelingt, denn es ist ein „Glück-Experiment“.

Es gab Themen in diesem Buch, die ich nicht selbst ausprobieren würde. Zum Beispiel Lachkurse und mit Buddha habe ich es auch nicht so. Anderes wiederum, hat mir das Buch auch klar gemacht. Etwa, dass nicht jeder Jogger oder Vereinssportler sein kann. Sport kann für die Muffel unter uns auch bedeuten, einfach jeden Tag lange Spaziergänge zu machen. Ich könnte jetzt wirklich aus fast jedem Kapitel etwas Sinnvolles oder Amüsantes heraus greifen (Und das obwohl ich das Buch vor mehr als einer Woche beendet habe.) Das würde den Platz hier aber wohl sprengen.

Man kann das Buch super in einem Rutsch lesen und sich den Versuchen von Alexandra Reinwarth widmen, oder das Buch Kapitelweise lesen. Dadurch, dass es ja keine Handlung im eigentlichen Sinn gibt, ist das kein Problem. Bei diesem unterhaltsamen Erfahrungsbericht sollte man aber trotzdem nicht Kapitel überspringen, da sich manches auf die vorherigen Kapitel bezieht.

FAZIT

Ein Erfahrungsbericht, der mich total überzeugen konnte. Und definitiv kein Ratgeber ist, auch wenn man viel Positives mitnimmt. Alexandra Reinwarth weiß durch ihre lockere unterhaltsame Art, die sich im Schreibstil widerspiegelt, zu überzeugen.
Durch das Lesen dieses Buches wird man glücklich(er)!


4/5 Punkte

Mittwoch, 16. Januar 2013

Kurzrezension...Smaragdgrün (03): Liebe geht durch alle Zeiten von Kerstin Gier

Diese Rezension kann SPOILER enthalten! Band 3 der Edelsteintrilogie!

Inhalt:

Gwendolyn ist am Boden zerstört. War Gideons Liebesgeständnis nur eine Farce, um ihrem großen Gegenspieler, dem düsteren Graf von Saint Germain, in die Hände zu spielen? Fast sieht es für die junge Zeitreisende so aus. Doch dann geschieht etwas Unfassbares, das Gwennys Weltbild einmal mehr auf den Kopf stellt. Für sie und Gideon beginnt eine atemberaubende Flucht in die Vergangenheit. Rauschende Ballnächte und wilde Verfolgungsjagden erwarten die Heldin wider Willen und über allem steht die Frage, ob man ein gebrochenes Herz wirklich heilen kann ...
 


Daten im Überblick:

Gebundene Ausgabe:
Autor: Kerstin Gier
Verlag: Arena
Seiten: 496
Preis: 18,95€











Eigene Meinung:


Charakter

Es kommen keine neuen Charaktere hinzu, allerdings sind Gwendolyn & Co. so liebenswürdig und witzig wie auch in den zwei anderen Bänden. Eine Charakterentwicklung konnte es in den Bänden natürlich nicht geben, da sie 3 Wochen aus Gwendolyns Leben wiedergeben!

Romantik

Ist Gideon nun der Prinz auf dem weißen Pferd oder ein Verräter und Herzensbrecher? Wie gewohnt eine charmante Liebesgeschichte für Mädchen und alle jung Gebliebenen. Kurz: Es ist wirklich zuckersüß, und das im positiven Sinn!

Spannung

Auf alle Fälle mehr Spannung als im 1. und 2. Teil. Schließlich geht es darum das ach so geheime Geheimnis aufzuklären. Doch wird Gwendolyn und ihren Freunden jemand in die Quere kommen?

 Ende & Fazit für die Reihe

Der Abschluss dieser Trilogie hat mir nicht ganz so gut gefallen. Ich wurde mit einigen offenen Fragen zurückgelassen, die mich etwas verwirren und auf die ich gerne Antworten hätte. Trotzdem ist es ein Ende, mit dem ich leben kann (das mich aber eben auch nicht vom Hocker reißt!).
 
4/4 Punkten

 
Trotz dieser Kritik aber eine schöne Trilogie, die mich zum Lachen bringen konnte und die ich mit Sicherheit auch noch einmal lesen werde! Daher absolut zum Weiterempfehlen geeignet!
 
Punktevergabe für die Reihe: 4,5/5 Punkten
 
 

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Rezension...Mutterliebst von Antoinette van Heugten

Die Autorin:

Die ehemalige Anwältin Antoinette van Heugten hat schon in Skandinavien, Deutschland und den USA praktiziert, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. In diesen Roman fließen ihre eigenen Erfahrungen mit autistischen Kindern ein. Antoinette van Heugten lebt derzeit mit ihrem Mann in Fredericksburg, Texas.
(Quelle: jpc.de)

Inhalt:
Ist ihr Sohn wirklich ein Mörder? Die erfolgreiche Rechtsanwältin Danielle Parkman kann das einfach nicht glauben. Sicher, das Verhalten ihres autistischen Sohnes Max war im Laufe der Jahre immer schlimmer geworden. Deswegen hatte sie sich in ihrer Verzweiflung ja auch an die renommierte Maitland-Klinik in Des Moines gewandt. Deren Diagnose lautete: Ihr Sohn ist tief gestört und gefährlich. Nun liegt Max bewusstlos und blutend neben einem Patienten, der brutal erstochen wurde. Alles deutet darauf hin, dass er die Tat begangen hat. Alles außer diesem Gefühl in Danielles Herzen. Gefangen zwischen Zweifeln und Angst versucht sie, die Unschuld ihres Sohnes zu beweisen. Was sie dabei entdeckt, lässt sie allerdings an ihrer eigenen geistigen Gesundheit zweifeln.
(Quelle: Klappentext)
 
Daten im Überblick:
 
Taschenbuch:       (Links zu amazon.de)
 
Autor: Antoinette van Heugten
Originaltitel: Saving Max
ISBN: 3899419391
Erschienen: Oktober 2011
Seiten: 352
Verlag: Mira Taschenbuch im Cora Verlag
Preis TB: 8,99€
Preis EB: 7,49€
 
 
 
 
 
Eigene Meinung:
 
 
Danielle Parkmans Sohn Max ist stark autistisch und depressiv – da findet Danielle sein Tagebuch. Die darin enthüllten Selbstmordgedanken veranlassen seinen Psychiater zu einer sofortigen Überweisung zu der renommierten psychiatrischen Klinik Maitland. Doch bereits kurze Zeit nachdem Max dort eingeliefert wird, scheint sich sein Verhalten negativ zu verändern. Als schließlich Jonas, ebenfalls stark autistisch, bestialisch ermordet aufgefunden wird, liegt Max (mit der Tatwaffe in der Hand) blutüberströmt neben ihm. Einzig Danielle glaubt an seine Unschuld. Doch auch ihr Verhalten, gilt als ungewöhnlich…
 
Dieser Thriller konnte mich wirklich begeistern und hat mich zeitweise, durch das Thema bedingt, sehr aufgeregt. Doch von vorne:
Die ersten 70 Seiten erinnerten mich eher an einen Roman als an einen Thriller, da einfach keine Spannung vorhanden war. Trotzdem interessierte mich das Leben von Danielle mit Max und natürlich auch seine Krankheit, die recht genau dargestellt wird. Manchmal waren mir die medizinischen Fachbegriffe sogar etwas zu detailliert. Dabei wird auch öfter der Konflikt einer berufstätigen Mutter, Danielle ist Anwältin, mit einem psychisch kranken Kind aufgezeigt.
 
Nach dieser kleinen Schwierigkeit mit dem Buch, begann die Autorin mich aber zu überzeugen. Sogar ich, die gar kein Kind hat, wurde wütend und konnte Danielle absolut verstehen. Ab hier entwickelt sich das Buch in Richtung Psycho-Thriller. Denn Danielle kann sich nicht gegen die Klinik und deren Anschuldigungen gegenüber Max und ihr wehren - ist sie vielleicht selbst psychisch krank?
 
Als dann der Mord geschieht, scheint die Situation ausweglos. Die Beweislast gegen Max ist erdrückend. Und wem sollte man eher glauben – Der mehrfach ausgezeichneten Spezialklinik oder einer verwirrten Anwältin, deren Sohn psychisch krank ist?
 
Der Täter ist bereits lange vor dem Ende des Buches bekannt. Dafür einen kleinen Minuspunkt, obwohl es danach trotzdem spannend bleibt. Die Auflösung fand ich sehr erschreckend, allerdings auch etwas zufällig. Um nicht zu viel zu verraten lässt sich hier nur schreiben, dass Danielle sich stets auf ihr Gefühl verlässt und dabei einige riskante Aktionen wagt. Bei diesen dann tatsächlich über etwas zu stolpern, erscheint mir fast ein bisschen unglaubwürdig.
 
Dass die Autorin selbst einmal Anwältin war und daher Erfahrung mit Gerichtsprozessen hat, ist dem Buch positiv anzumerken.
 
FAZIT
 
Der Autorin ist ein gut durchdachter und aufwühlender Psychothriller mit viel Spannung gelungen, der zudem noch gewagte und schwierige Themen aufgreift. Trotz einiger kleiner Schwächen, wie Danielles Verhalten und dem schleppendem Anfang, kann ich den Thriller weiterempfehlen.
 
4/5 Punkte